Goldgräberstimmung in der größten kleinen Stadt der Welt

Eine Langzeitreise zu machen und sich damit einen Lebenstraum zu erfüllen, war definitiv eine der besten Entscheidungen unseres Lebens. Aaaaber… Wie so oft im Leben, muss man auch hier beide Seiten der Medaille betrachten.

Wir haben seit Beginn unserer Reise im Juni 2014 unheimlich viel erlebt, haben aber in der Zeit keine Möglichkeit gehabt, Freunde und Familie zu sehen. Natürlich haben wir heutzutage tolle Möglichkeiten mit Skype & co, aber das ersetzt eben auch nicht die Umarmung der besten Freundin oder den unwiderstehlichen Geruch aus Mamas Küche… Ich muss zugeben, dass ich während dieser Reise ein paar Mal ganz doll Heimweh hatte (was sich jedoch beim Blick auf die Wettervorhersage meistens schnell wieder gelegt hatte).

Heute ist unsere Vorfreude groß, weil wir Besuch aus Deutschland bekommen! Toms Bruder Ralf und seine Frau Renate machen gerade Urlaub in den USA, und so haben wir uns für ein Treffen hier in Reno verabredet. Wir haben die Beiden zu Beginn unserer Reise in Florida getroffen und ein paar schöne Tage mit ihnen verbracht. Aber das ist nun auch schon 15 Monate her, daher freuen wir uns sehr auf das Wiedersehen.

Als Ralf & Renate wie verabredet zu unserem Campingplatz kommen, wird erstmal ausgiebig Wiedersehen gefeiert:

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Die Beiden kennen unseren Fred noch gar nicht. Als wir uns das letzte Mal in Florida getroffen haben, waren wir noch mit unserem alten Wohnmobil “Bumpy” unterwegs.

Nach einer kurzen Womo-Einweisung, machen wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Tagesziel: dem 50 km entfernten Virginia City:

Die Strecke ist teilweise sehr abenteuerlich, mit vielen Kurven und Serpentinen versehen, was bei einem Höhenunterschied von 1500m eigentlich keine Besonderheit ist. Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht, vielleicht bin ich “normales” Autofahren einfach nicht mehr gewohnt, mir wird unterwegs jedenfalls etwas übel. Umso mehr freue ich mich, als wir die erste Pause machen, um diesen wundervollen Ausblick festzuhalten:

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Einmal in Virginia City angekommen, können wir uns der Goldgräberstimmung kaum entziehen.

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Seit dem Jahr 1859, als man hier zum ersten Mal Gold und Silber gefunden hatte, schoss die Bevölkerungszahl explosionsartig nach oben, was letztendlich einen Goldrausch in ganz Nevada auslöste.

Obwohl alles sehr touristisch aufgemacht ist, spürt man hier dennoch diesen ganz besonderen “Ghost-Town-Flair”:

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Wir lassen uns treiben, schlendern gemütlich durch die unzähligen Souvenirläden und albern auch ein bisschen herum:

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Dieser Kollege hier demonstriert ganz anschaulich, dass man am Roulette-Tisch sein Glück nicht herausfordern sollte 😉

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Nachdem wir alles gesehen haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir haben Hunger! Wieder in Reno angekommen, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, um unsere knurrenden Mägen zu füllen:

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Man soll ja nicht hungrig einkaufen gehen, sagt man. Deswegen füllen wir unsere Vorräte erst nach dem Abendessen auf 😉

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Wir verbringen noch einen langen, gemütlichen Abend zusammen. Es gibt schließlich viel zu erzählen!

Am nächsten Tag geht unsere Erkundungstour weiter. Heute stehen Carson City und Lake Tahoe auf dem Plan:

(Die “Höhe über Meeresspiegel” kann ausgeblendet werden, indem man auf den gleichnamigen Schriftzug mit dem blauen Hintergrund klickt)

Als erstes machen wir einen Abstecher nach Genoa, wo wir den ältesten Saloon Nevadas (anno 1853) besuchen:

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Dann geht's weiter zum wunderschönen, 497 km² (!) großen Lake Tahoe, der mit 501 Metern der zweittiefste, und in Anbetracht der Höhenlage des Wasserspiegels von 1.899,5 Meter auch einer der höchstgelegenen Seen der USA ist:

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So schön es hier auch ist - wir haben heute einen sehr windigen Tag erwischt, der es uns unmöglich macht, uns am See zu entspannen. Die Sandkörner peitschen uns ins Gesicht, dass es schon richtig weh tut und der Wind wirbelt den See ordentlich auf - was zumindest die Surfer freut 😉

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Zurück in Reno, genießen wir ein gemütliches Sightseeing in der “größten kleinen Stadt der Welt”:

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Als krönenden Abschluss bestellen wir uns Pizza und machen es uns in unserem Wohnmobil so richtig schön gemütlich:

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Wir quatschen bis tief in die Nacht, und als wir uns verabschieden, überkommt mich eine bekannte Wehmut, die ich zuletzt gespürt habe, als wir uns in Mexiko von Ilka und Günther verabschiedet haben. Für Ralf und Renate geht es morgen weiter nach Seattle, von wo aus sie wieder zurück nach Deutschland fliegen. Und wir? Wir werden uns treiben lassen… Time to say goodbye - so ist es bei uns Dauer-Reisenden. Immer wieder müssen wir uns von lieben Menschen verabschieden, aber dafür machen wir auch immer wieder neue, interessante Bekanntschaften, die unser Leben bereichern.

Für uns wird es ab jetzt heiß werden. Sehr, sehr heiß ... Stay tuned - im nächsten Beitrag erfährst Du mehr!


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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2 thoughts on “Goldgräberstimmung in der größten kleinen Stadt der Welt”

  1. Hallo IHR beide,!

    ich warte schon immer seh-süchtig ( ist es!!) auf Eure Berichte. Vielleicht, weil ich noch nie in USA war. Ich bin halt ein Kandadafan!

    Bis bald aus dem hohen Norden (Büsum)
    Reiner

    1. Hallo Reiner,

      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Da scheinen wir uns ja perfekt zu ergänzen - wie waren bisher noch nicht in Kanada und freuen uns schon wie Bolle darauf, dieses wunderschöne Land zu erkunden 🙂

      Bleib gesund und sei lieb gegrüßt (derzeit aus Las Vegas)

      Enida & Tom

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