Illegale Machenschaften direkt vor unseren Augen

Jede Medaille hat zwei Seiten. So auch das Paradies San Felipe, in dem wir schon seit ein paar Wochen leben.

Mehr als einmal beobachten wir illegale Machenschaften.  Dabei handelt es  sich jedoch nicht, wie man im ersten Moment vermuten würde, um Drogengeschäfte. Nein, wir werden Augenzeugen der Ausrottung von Vaquitas, einer Walart, die zu den bedrohtesten Säugetierarten überhaupt zählen.  Auch wenn sich verschiedene Organisationen verzweifelt darum bemühen, die Wilderer fernzuhalten und illegale Fangnetze (in denen sich die Vaquiats verfangen und sterben) zu entfernen, scheint das Schicksal der Meeressäuger besiegelt ...

Illegale Fischer und mexikanische kriminelle Kartelle haben es eigentlich auf den Totoaba abgesehen, um dessen Schwimmblase auf den Schwarzmärkten von China und Hongkong für nicht nachgewiesene medizinische Eigenschaften zu verkaufen. Dort erhalten sie mehr als 20.000 US-Dollar pro Kilogramm. Aufgrund ihres hohen Verkaufswerts wird die Totoaba-Blase auch häufig als „Kokain des Wassers“ bezeichnet. Dies ist der einzige Grund, warum diese Tiere getötet werden.

Die Netze, mit denen die Totoabas gefangen werden, werden jedoch zur tödlichen Falle für die fast ausgestorbenen Vaquitas, die als Meeressäuger regelmäßig auftauchen müssen, und deshalb in den Netzen ertrinken, wenn sie einmal hinein geraten.

Es ist alles bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Eine Handvoll Männer steht Schmiere, während ein kleines Fischerboot mit hoher Geschwindigkeit an den Strand fährt. Plötzlich springen weitere Männer aus einem schwarzen Geländewagen heraus, und sind fast auf die Sekunde genau zeitgleich mit dem eintreffendem Boot am Strand. Es werden 8 Totoabas aus dem Boot geholt und hektisch in den Geländewagen gebracht. Die ganze Aktion dauert weniger als eine Minute, und schon fahren der Geländewagen und das Boot wieder weg ...

Natürlich können und wollen wir bei diesen Machenschaften nicht untätig zuschauen. Aber was können wir unternehmen, ohne uns selbst in Gefahr zu bringen? Es geht schließlich um viel Geld und da kennen die Jungs keinen Spaß. Deshalb können wir auch nicht einfach unser Handy rausholen und Fotos machen. Das wäre viel zu gefährlich. Zum Glück können wir aber das Nummernschild, das Fahrzeugmodell und die Fluchtrichtung erkennen.

Da wir wissen, dass die Organisation Sea Shepherd, welche auch hier in San Felipe sehr aktiv ist, eng mit der hiesigen Polizei zusammenarbeitet, setzt sich Tom sofort auf´s Motorrad, nimmt die Abkürzung durch die Sanddünen, ist keine 5 Minuten später bei Sea Shepherd und meldet die Vorfälle an die Verantwortlichen, welche sich wiederum sofort mit der Polizei in Verbindung setzen. Diese Art von organisierter Kriminalität ist hier leider keine Seltenheit, und auch wenn es wie ein Kampf gegen Windmühlen erscheint: das Team von Sea Shepherd setzt sich  - trotz Anfeindungen und Morddrohungen - unermüdlich für den Erhalt und Schutz unserer Weltmeere und deren Bewohner ein. Dafür von unserer Seite ein ganz großes DANKESCHÖN an alle mutigen Helfer! Und wer will, der kann Sea Shepherd auch gerne finanziell mit einer angemessenen Spende unterstützen 🙂

Jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten, um unsere Welt zu einem schöneren Ort zu machen. Es muss ja nicht immer in dem Ausmaß sein, wie bei Sea Shepherd. Gelegenheiten hierfür bieten sich im Alltag immer, man muss nur die Augen offen halten.  So hat man z.B. auf der Baja California regelmäßig die Möglichkeit, Menschen glücklich zu machen, die sich im Sand festgefahren haben:

Ansonsten genießen wir die etwas andere Vorweihnachtsstimmung.  So richtig werden wir uns wohl an "Weihnachten am Strand" nie gewöhnen, aber es hat definitiv auch seinen Reiz. Es ist nicht besser oder schlechter, als unser gewohntes Weihnachtsfest unterm Tannenbaum, es ist einfach nur anders:

Und weil Tom so viel Spaß mit seinem neuen Objektiv hat, hat er eine besonders schöne Kombination aus Sonnenuntergang und  und anschließendem Mondaufgang eingefangen. Viel Spaß beim Träumen:

Und so lassen wir ganz entspannt das Jahr ausklingen, voller Vorfreude auf die Abenteuer, die uns im Neuen Jahr bevorstehen:

Ob und wie unsere Reise im Neuen Jahr weitergeht, erzählen wir in unserem nächsten Beitrag ...


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

Hier geht es zum vorherigen Beitrag: Schaurig schön - Gänsehaut pur in San Felipe

Hier geht es zum nächsten Beitrag: Gefesselt und geknebelt

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2 thoughts on “Illegale Machenschaften direkt vor unseren Augen”

  1. Wie immer schön geschrieben. Was für ein spannendes und gleichzeitig entspanntes Leben. Weiter so ihr Lieben. Ich wünsche Euch alles Glück der Welt .

    1. Vielen Dank liebe Anja, wir haben uns sehr über Deine lieben Wünsche gefreut! Spannend und entspannt - Du hast es auf den Punkt gebracht! Wir werden weiterhin fleißig berichten! Dir alles Liebe, bleib gesund und bleib uns treu! Viele Grüße, Enida & Tom

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