178 Tage und 3.372 Liter Diesel später - eine Zwischenbilanz

„Kinder wie die Zeit vergeht.“ Wer kennt diesen Spruch nicht? Als Kind habe ich „die Erwachsenen“ nie wirklich verstanden. Denn jeder Tag ist doch immer gleich lang. Aber es ist - wie mit so vielen schlauen Sprüchen, die man früher belächelt hat - auch hier etwas Wahres dran…

Meine Mutti hat immer zu mir gesagt: „Warte mal ab, bis Du älter bist, dann wirst Du an meine Worte denken.“ Ja, und was soll ich sagen? Sie hat mal wieder Recht gehabt 😉 Und ganz besonders fliegt die Zeit an einem vorbei, wenn man richtig geile Sachen macht. Wie z.B. eine Langzeitreise 😉

Wir sind jetzt geschlagene 178 Tage unterwegs.

Das sind über 25 Wochen oder fast 6 Monate.

Vom Gefühl her sind wir aber erst „ein paar Wochen“ unterwegs. Kannst Du das nachvollziehen?

Der heutige Beitrag soll eine kleine Übersicht bieten, wir zeigen Dir unsere komplett gefahrene Route und wir wollen mit ein paar Zahlen um uns werfen. Also los geht´s!

Das war unsere bisherige Route von Fort Lauderdale (Florida) nach Tecate (Kalifornien):

USA-Route-2014-groß

In den letzten 6 Monaten haben wir in den USA

12 Bundesstaaten bereist:

  • Florida
  • Georgia
  • North Carolina
  • Tennessee
  • Kentucky
  • Alabama
  • Mississippi
  • Arkansas
  • Texas
  • New Mexico
  • Arizona
  • Kalifornien

12_BUndesstaaten

Mit unserem Wohnmobil „Cowboy Fred“ („Bumpy“ haben wir natürlich auch mit berücksichtigt)...

  • ... sind wir 11.141 Km gefahren
    (das entspricht in etwa ¼ des Erdumfangs)
  • ... haben wir 3.372 Liter Diesel verbraucht
  • Durchschnittsverbrauch ca. 30 L/ 100km

Zugegeben hört sich 30L viel an. Jedoch muss man bedenken, dass das unser gesamter (!) Energieverbrauch für 2 Personen ist. Also Sprit, Generator (z.B. für Heizung/ Klima, Kochen, Kühlschrank usw). Und da es sich um einen LKW/ Bus handelt, hält sich der Verbrauch im Rahmen. Es könnte schlimmer sein. Jedoch wären wir auch nicht böse, wenn es weniger wäre. Wir haben auch schon ein paar Dinge gefunden, um den Verbrauch deutlich zu reduzieren. Dazu aber in einem späteren Blog Beitrag mehr

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Mit unserem Motorrad Honda XR 650L...

  • ... sind wir 1.186 Km gefahren
  • ... haben wir 63 Liter Benzin verbraucht
  • Durchschnittsverbrauch ca. 5,3 Liter (etwas weniger als mit Fred)

Unser Wohnmobil „Cowboy Fred“ läuft super zuverlässig und hat bisher keinerlei Reparaturen benötigt. Es mussten lediglich normale Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Ebenso zuverlässig ist unsere Enduro Honda XR 650 gelaufen. Obwohl meistens im 2-Mann-Betrieb und sehr viel Offroad gefahren wurde, machte auch sie keine wirklichen Probleme. Das zerschlagene Kurbelwellengehäuse beim Offroad fahren haken wir unter „Sonstiges“ ab, da es einfach Pech war und nichts mit der Qualität des Motorrades zu tun hatte. Die ausgefallene Batterie war normaler Verschleiß.

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Technisches Fazit:

Wir haben mit unserem Wohnmobil und mit der XR einfach einen riesigen Glücksgriff gemacht und sich sehr froh, zwei so zuverlässige Fahrzeuge zu haben.

Persönliches Fazit:

Die Langzeitreise verändert uns und wir sind nicht mehr dieselben wie vor einem halben Jahr. Wir spüren, dass sich unser Fokus verlagert. Probleme, die uns früher beschäftigt haben, werden immer unwichtiger. Wir lösen uns immer mehr von den Zwängen der Gesellschaft. Unser Weltbild und unsere Wertevorstellungen ändern sich mehr und mehr. Materielles wird immer unwichtiger, wenn man sich viel mit sich selbst beschäftigt und sehr viel Zeit in der Ruhe der Natur verbringen darf. Wir werden immer dankbarer.

Wir sind dankbar für die früher so selbstverständlichen Dinge, wie:

  • Sauberes Trinkwasser.
  • Volle Wassertanks mit sauberem Wasser.
  • Heiße Duschen.
  • Die Möglichkeit, unser Abwasser entsorgen zu können.
  • Frisches Obst und Gemüse einkaufen zu können.

Wir sind dankbar:

  • Für Manatees, die neben unseren Kajaks auftauchen und sich streicheln lassen.
  • Dafür, so viele nette und hilfsbereite Menschen auf der Reise zu treffen.
  • Für unsere Eltern, Geschwister und echte Freunde, die unsere Reise akzeptieren und sich für uns freuen.
  • Dafür, dass wir so leben dürfen wie wir es wollen und nicht so leben müssen, wie es andere von uns erwarten.
  • Und last but not least: für so viele treue Blog Leser, die unsere Abenteuer verfolgen, uns tolle Kommentare und liebe E-Mails schreiben.
  • DANKE 🙂

>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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8 thoughts on “178 Tage und 3.372 Liter Diesel später - eine Zwischenbilanz”

  1. Hallo ihr beiden tollen, abenteuerliebenden und weltoffenen Menschen, hallo Enida und Tom!
    Es tut gut, eure Gedanken zu lesen und ihr sprecht mir gerade aus der Seele. Ich bin vor 3 Tagen aus Asien (Myanmar) wieder gekommen, und ich könnte schon wieder. Obwohl ich "nur" knapp sechs Wochen unterwegs war, kann ich das gute Gefühl, warm zu duschen und in frisches Obst zu beißen, gut nachvollziehen. Es sind Kleinigkeiten, die wir oft gar nicht mehr richtig wertschätzen. Hilfe zu bekommen von Menschen, ein Lächeln, eine tolle Begegnung- obwohl man selbst "nicht dazu gehört", fremd ist. Irgendwie geht das woanders -wo es noch nicht so eingefahren ist wie in Deutschland- einfacher, oder? Euren Entschluss, einfach weg gefahren zu sein, finde ich prima, hatte das mit meinem Expartner auch jahrelang vor- doch der wollte nicht. Ich werde auf jeden Fall bald wieder aufbrechen- wenn mein Business die nächste Stufe erreicht hat;-)

    1. Liebe Sarah,
      danke für Deinen Kommentar und die lieben Worte.
      Ich denke, das mit dem Reisen ist ein Prozeß, den man einfach zulassen muss und mal in sich reinhören sollte.
      Wir drücken Dir die Daumen, dass Dein Biz bald weiter durchstartet und Du wieder Reisen kannst 🙂
      Sonnige Grüße aus Mexiko,
      Enida & Tom

  2. Hallo Ihr zwei,
    schöne Zwischenbilanz, wie ich finde. Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, Euch noch einmal ausdrücklich dafür zu danken, an Eurer Reise und Eurem mobilen Leben teilhaben zu dürfen. Viele schöne und interessante Berichte, Einblicke in Euer Privatleben und dazu alles umfangreich bebildert = perfekt! Ich hoffe, dass es noch sehr lange so weitergehen wird.
    Einzige Nachfrage: 30 l Diesel? Inclusive Generatornutzung? Hört sich ganz schön viel an. Habe zwar noch keinen US-Diesel gefahren, immer nur Benziner, die aber alle deutlich unter den errechneten 30 Litern (jedoch auch ohne Generator).
    Viele Grüße aus Berlin, wo gerade Scheeregen auf die Dachflächenfenster fällt - brrrrr...

    1. HI Concordino.
      Danke für Deine rege Beteiligung und Dein Lob 🙂

      Zugegeben hört sich 30L/ 100km viel an. Jedoch musst Du bedenken, dass das unser gesamter (!) Energieverbrauch für 2 Personen ist. Also Sprit, Generator (z.B. für Heizung/ Klima, Kochen, Kühlschrank usw). Da kommt auch kein Haus/ Whg mehr zu ;). Ich vermute, dass sehr viele "normal" Berufstätige mehr Energieverbrauchen, als wir mit diesem "Monster" 😉 Und da es sich um einen LKW/ Bus handelt, hält sich der Verbrauch im Rahmen. Es könnte schlimmer sein. Jedoch wären wir auch nicht böse, wenn es weniger wäre. Wir haben auch schon ein paar Dinge gefunden, um den Verbrauch deutlich zu reduzieren. Dazu aber in einem späteren Blog Beitrag mehr...

      1. Hallo,
        Obwohl ich selbst schon etwas älter bin, verfolge ich mit viel Anteilnahme euer Projekt. Es kribbelt schon wieder ähnliches zu machen. Doch dazu später.Euer Mißgeschick mit dem Diebstahl tut mir richtig leid.
        Ich habe in 2011 eine 4wöchige Kurzreise in Kalifornien unternommen.
        Ebenfalls mit einem 32 ft RV, allerdings Benziner.Der lag im Verbrauch bei ca. 28 - 30 l / 100 km. Wo liegt denn eigentlich der Vorteil beim Diesel RV, der ja vom Kaufpreis deutlich über den Benzinern liegt.
        In Erwartung weiterer Berichte verbleibe ich mit aufmunternden Grüßen - Olli

        1. Hi Diethard,
          danke für Deinen Kommentar.
          Wenn es wieder kribbelt kann ich nur eins sagen: TU ES! 🙂
          Ich werde demnächst ein Buch zu den unterscheidlichen RV Arten schreiben. Darin gehe ich auch darauf ein. So viel schon mal vorab: Der Hauptvorteil liegt im Drehmoment, welches beim Diesel deutlich höher ist. Wenn Du nur im Flachland unterwegs bist, ist es relativ egal. Aber im Norden der USA oder hier auf der Baja California, wo es sehr bergig ist, beschleunige ich auch auf steilen Berge und halte locker mit den Pkws mit - im Gegensatz zu den Benzin-RVs. Es gibt noch einige andere Unterschiede, wo natürlich nicht alle nur Vorteile sind. Denn es kommt ganz drauf an, worauf Du wert legst und was Du mit dem RV vor hast..
          Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen 🙂
          Sonnige Grüße aus Mexiko
          Tom

  3. Ich bin vor ca. 6-8 Wochen auf euren Blog gestoßen und komme seitdem nicht mehr davon los. Sämtliche Kommentare habe ich verschlungen.

    Warum bin ich auf euren Blog gestoßen:
    Wir träumen schon seit längerem von einem Sabbatical Jahr. Als Anfang wollten wir für 4 Wochen den Westen der USA mit dem Wohnmobil bereisen. Es war auch schon alles geplant und fast gebucht. Doch dann hab ich ein Angebot erhalten, dass wir/ich nicht mehr ablehnen konnten. Ich habe ein Job Assignments von meinem Arbeitgeber bekommen. Ich soll für 6 Monate in die USA-Californien und dort eine Firma betreuen. Als Wohnort wurde mir die Gegend rund um San Jose angeboten.

    Wir sehen es immer noch als Geschenk des Himmels an und werden diese Chance nutzen und uns den Westen etwas näher anzuschauen.

    Vielleicht trifft man sich mal unterwegs.

    Vielen Dank für die vielen schönen Geschichten, die ich mit euch erleben durfte auf Grund der vielen kleinen Berichte von euch.

    Gruß
    Mario

    1. Hi Mario,
      danke für Deinen Kommentar. Chancen muss man ergreifen, wenn sie sich einem bieten. Von daher viel Spaß in San Jose 🙂
      Ja, warum nicht. Wir werden ja dieses JAhr im Sommer wieder in die USA kommen um den Westen zu erkunden.
      Danke auch für Dein Lob zu unserem Blog. Das freut uns sehr 🙂
      Gruß aus Mexiko,
      Enida & Tom

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