Verstrahlt - Uran im Wasser und die Feuerwehr vor der Tür

Nur noch wenige Tage, dann ist es soweit! Wir sind beide schon ein wenig aufgeregt und sehr gespannt auf das, was uns in Mexiko erwartet...

Aber bevor wir die Grenze überqueren, geht es erst mal vom Fort Huachuca (wo wir definitiv zu wenige Tage waren, deshalb kommen wir auch im Frühjahr wieder!) weiter in Richtung unserer letzten Station. Wir machen einen Zwischenstopp in Tucson, eine Art Heimat für Fred, denn hier ist die 2. Niederlassung von Lazydays.

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Wir hoffen, dass wir hier unser neues Rollo für die Frontscheibe bekommen werden. Leider Fehlanzeige. Auch hier müssen sie das erst bestellen und es würde zu lange dauern. Daher vertagen wir es auf nächstes Jahr…

In Tucson liegt auch der Saguaro National Park, den wir natürlich noch mitnehmen wollen.

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Wir haben schon gehört, dass dieser Park mehr ein „Mit-dem-Auto-durchfahr-Park“ ist, was sich gut trifft, denn heute regnet es Bindfäden.


Für einen Besuch im Visitor Center ist es leider schon zu spät. Da wir beide bei diesem Dreckswetter keine Lust haben, den kleinen Rundweg zu laufen, schwingen wir uns wieder in unser Wohnmobil und düsen weiter Richtung San Diego. Wir sind heute schon knapp 11 Stunden unterwegs und dementsprechend froh, als wir die kleine Stadt Yuma erreichen.

Sierra_Vista_nach_Yuma

Hier übernachten wir (das letzte Mal in diesem Jahr) wieder auf einem Walmart-Parkplatz, wo wir gleichzeitig auch unsere Vorräte auffüllen.

Am nächsten Morgen geht es ohne Verzögerung gleich auf die I-8 Richtung Westen und nach ein paar Meilen erreichen wir die Grenze zum Bundesstaat Kalifornien und müssen unsere Uhren noch eine Stunde weiter stellen.

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Jetzt sind wir -9 Stunden von Deutschland entfernt. Das wird der maximale Zeitunterschied sein, den wir auf unserer gesamten Reise haben werden – zumindest ist das so geplant.

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Kurz hinter der Grenze zu Kalifornien haben wir das Gefühl, mitten durch Namibia (Afrika) zu fahren. Ein riesiges Gebiet gigantischer Sanddünen erstreckt sich links und rechts der Interstate 8. Das einzige, was dabei wie ein Fremdkörper wirkt, ist der Kanal, der ­
mitten durch die Wüste geht. Die I-8 verläuft genau durch die ­
„Imperial Sand Dunes“, einer B.L.M. Recreation Area. BLM Recreation Areas sind öffentlich Erholungsgebiete, wo jeder wild campen darf. Die einzige Bedingung lautet „leave no trace“, also „hinterlasse keine Spuren“. Aber das sollte eh selbstverständlich sein.


Als es anschließend in die Berge geht, trauen wir unseren Augen nicht: da stehen Windräder! Windräder, soweit das Auge reicht! Nach den riesigen Ölfeldern in Texas ist es schön zu sehen, dass auch alternative Energie-Quellen in Amerika Einzug gefunden haben.


218 km und 3 Stunden später sind wir endlich an unserer letzten Station, dem Lake Morena RV Park, angekommen.

Von_Yuma_nach_Lake_Morena

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Hier bereiten wir uns auf den Grenzübertritt nach Mexiko vor. Wir haben uns für die Grenze in Tecate entschieden, in der Hoffnung, hier nicht so lange Wartezeiten zu haben wie an den großen Übergängen wie Tijuana.

Insbesondere müssen wir folgende wichtige Dinge erledigen:

  • Für Mexiko eine Versicherung für unser Wohnmobil & Motorrad abschließen, da eine ausländische Versicherung dort nicht greift. Nach verschiedenen Internet-Gerüchten, dass es egal sei, wo man die Mexiko-Versicherung für Auto und Motorrad kauft, haben wir die Preise verglichen und beachtliche Unterschiede festgestellt. Es lohnt solch also auf jeden Fall zu vergleichen. Wir haben Preisunterschiede von fast 70% festgestellt! Achtung: Der Abschluss einer Kfz-Versicherung wird von der mexikanischen Seite NICHT geprüft. Somit muss man auch damit rechnen, dass nicht jedes Kfz in Mexiko versichert ist. Jede Versicherung bietet daher für ein paar Dollar extra eine Zusatzdeckung für Unfälle mit „unversicherten Verkehrsteilnehmern“ an. Ob man diese abschließen will oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Für uns war es selbstverständlich. Gerade, da diese wirklich kaum was kostet.
  • Uns erkundigen, wo genau wir die Touristenkarte (Visum) erhalten und welche Reihenfolge zu beachten ist.

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Die Internetverbindung ist zwar eher mittelmäßig bis schlecht, aber wir können dennoch die benötigten Informationen heraussuchen.

Das einzige, was uns hier ein wenig zu denken gibt, ist ein Warnblatt, welches wir beim Check-In am Campingplatz erhalten. Es wird dringend davon abgeraten, dass Leitungswasser zu trinken. Wegen zu hoher Uran-Belastung. Klasse. Somit trauen wir uns auch nicht, ­
unseren Wassertank mit dem belasteten Wasser aufzufüllen. ­
Schließlich soll da ja mal wieder Trinkwasser rein. Gut, dass unsere Tanks noch fast komplett voll sind.

Stutzig werde ich erst, als ich vom Duschen komme und meine Maus mich fragt: „Warum strahlst Du denn so?“ 😉

20. Dezember 2014

Heute geht es endlich los. Aufstehen, fertig machen, Motor an…

… und Motor wieder aus.

Denn die Einfahrt vom Campingplatz wurde versperrt. Da parken tatsächlich 3 Autos mitten auf der Straße, so dass keiner vorbei kommt. Da wir aber nicht auf der Flucht sind, nehmen wir es gelassen.


Und als wir sehen, um welche Autos es sich handelt, natürlich umso mehr 😉

>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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11 thoughts on “Verstrahlt - Uran im Wasser und die Feuerwehr vor der Tür”

    1. Hi Anja,
      danke für Deinen Kommentar. Wir sind dran vorbei gefahren und haben noch überlegt. Abre aus Zeitgründen und weil wir in Mammoth Cave und Carlsbad waren, haben wir es erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben. Da wir dieses JAhr noch mal in der Region sind werden wir es gegebenenfalls dann noch "mitnehmen" 😉

  1. Hi Tom,

    auch wenn es in den deutschen Nachrichten heißt, dass MMS (siehe Jim Humble) "sehr gefährlich sein soll" kann ich das zur Wasserdesinfektion (und mehr) sehr empfehlen.
    Lustig fand ich, dass in unseren Nachrichten dies eine Berichterstattung wert war! Ist ja immer die Frage, wie viel ich davon einnehme, gelle? Gilt ja auch für einige Tabletten, die man so von Onkel Doktor kriege :-)) Jaja, die Pharmalobby ist schwer an ihren Pfünden interessiert ...
    Dann euch beiden noch VIEL Spass!!!

    Liebe Grüße von Ellen

  2. Hallo in Richtung Westen,
    schön dass es weiter geht! Schaue ja täglich nach in der Hoffnung, neue Abenteuer dank und mit Euch zu erleben.
    Regen in Tucson - ein wohl eher seltenes Erlebnis. Windräder, auch in größerer Anzahl, düften Euch hingegen öfter begegnen.
    Noch eine Frage zum Frischwassertank. Trinkt Ihr das Wasser? Mit oder ohne zusätzlichen Filter? Wir führen immer Kanister mit, die wir nur aus "sicheren" Quellen befüllen, um ganz sicher zu gehen.
    Viele Grüße aus Berlin.

    1. Hi Concordino,

      lange nichts mehr von Dir gehört. Dachten schon Du wärst uns untreu geworden 😉

      Zum Frischwassertank:
      Da wir nur wenige Tage auf diesem Platz waren, haben wir uns erst gar nicht an das Leitungswasser angeschlossen, da ich unseren Tank damit nicht kontanimieren wollte. Da unsere Tanks voll waren, war das kein Problem. Geduscht haben wir im Uranwasser und sind dann freudestrahlend ins Bett.
      Alles andere, wo Wasser IN den Körper kommt (auch beim Zähneputzen) haben wir Wasser aus unseren Tanks genommen.

      Für normale Wasserverschmutzungen/ Unklarheiten haben wir uns einen Wassertester zur ersten Sichtung gekauft. Dann prüfen wir ob das Wasser normal riecht und klar ist. Wenn das alles passt, dann füllen wir unsere Tanks und nutzen es als Brauchwasser. Wenn wir uns unsicher sind, ob wir es trinken können, dann filtern wir (ausschließlich das Trinkwasser) noch mal gesondert. Dafür haben wir einen tragbaren Wasserfilter, welchen wir auch sonst auf unseren Reisen dabei hatten. Damit haben wir bisher absolute Top Erfahrungen gemacht. Dieser hat auch eine hohe Durchflussrate und wir können damit schnell ein paar Liter Trinkwasser aufbereiten. Da er aber leider relativ groß und nicht ganz so leicht ist, haben wir uns für unsere Rucksack Tagestouren noch einen kleineren Wasserfilter zugelegt. Der bringt zwar nicht so viel Durchfluss, wiegt aber deutlich weniger und passt in eine kleine Seitentasche.

      Und zu guter Letzt kannst Du noch mit Silberionen das Wasser haltbar machen (sofern notwendig). Bei Verdacht auf bakterielle Verschmutzung würde ich VOR dem Filtern noch Chlor verwenden, jedoch ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig 😉

      1. Hallo,
        vielen Dank für die ausführliche Antwort - da muss ich mir um Eure Gesundheit also keine Sorgen machen... 🙂
        Und von wegen untreu werden! Auch wenn wir uns nicht persönlich kennen, nehme ich regen Anteil an Eurer wunderbaren Reise und freue mich immer, einen neuen Eintrag lesen zu können.
        In diesem Sinne liebe Grüße an Euch beide!

  3. Hallo Ihr 2.
    Danke für die tollem Reiseberichte.
    Für welche Versicherung habt ihr euch denn entschieden?
    Und kann man diese im Internet buchen oder habt Ihr das vor Ort gemacht?
    LG
    Markus

    1. Hi Markus,
      danke für Deinen Kommentar. Versicherungen sollte man wirklich gut vergleichen, da es enorme Unterschiede gibt. Gerade habe ich nachgeschaut und festgestellt, dass auch die Policen dem Festplattencrash zum Opfer gefallen sind.... soeben habe ich die Versicherung angeschrieben und um Zusendung eines neuen pdf gebeten. Sollte ich es vergessen Dir noch mal zu antworten, erinnere mich bitte noch mal. Kann Dir die Infos dann geben, wen ich die Daten wieder habe. ok?
      Gruß
      Tom

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