Mexiko wir kommen! Grenzübertritt in Tecate zur Baja California.

Nachdem die Rettungsfahrzeuge die Zufahrtsstraße vom Campingplatz geräumt haben, machen wir uns unverzüglich auf dem Weg zur Grenze.

An der nächsten Tankstelle füllen wir unseren Dieseltank noch mal bis zum Anschlag, damit wir in Mexiko erst mal nicht anhalten müssen. Auch wenn unser erstes Ziel nur ca. 100km im Landes-­
inneren liegt, habe ich gerne ausreichend Reserve in der Reichweite.

Nach weiteren 30 Minuten kommen wir an der Grenze an, wo uns die üblichen Warnschilder begrüßen. Das erste große Schild weist auf das absolute Schußwaffenverbot in Mexiko hin. Damit ist hier wirklich nicht zu spaßen, die Mexikaner machen kurzen Prozess, wenn sie illegale Schusswaffen finden:

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Da es überhaupt kein Problem ist, sich in USA eine Schußwaffe zu kaufen, sollte man sich vor dem Grenzübertritt nach Mexiko überlegen, wo man diese bis zu seiner Rückkehr in die USA lagern kann. Selbst Munitionsteile können zu mächtigem Ärger führen.

Das nächste Schild betrifft die Bargeld-Einfuhr. Geldbeträge über US$ 10.000,- US-Dollar dürfen nicht so ohne weiteres eingeführt werden. Gut, dass wir vorher noch mal im Walmart einkaufen waren 😉

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Da auf der mexikanischen Seite der Grenze keine Parkmöglichkeiten bestehen, wird empfohlen auf USA Seite zu parken, zu Fuß nach Mexiko zu gehen, sich dort die Touristenkarten (Visum) zu holen und anschließend wieder zu Fuß in die USA zu kommen. Hm… na dann.
Wir stehen vor dem ersten Hindernis: Parkplatz.

Direkt vor der Grenze haben einige clevere Geschäftsleute das Potenzial der kostenpflichtigen Parkplätze erkannt und bieten diese dort an. Die Preise betragen zwischen 5,- und 15,- Dollar pro Tag, je nach Fahrzeuggröße. Auch auf Nachfrage gibt es keine Stunden-­
tarife. Da wir aber nur ca. 30 – 60 Minuten benötigen, kommen wir uns ein wenig verarscht vor und nutzen diesen Service aus Prinzip nicht. Ca. 100m vor der Grenze befinden sich auf der linken Seite (in Richtung Grenze betrachtet) eine kleine Tankstelle und ein paar Geschäfte mit Parkplätzen. Kurzerhand haben wir unser Wohn-­
mobil dort neben die Tankstelle gestellt.

Wir packen unsere Reisepässse ein und gehen zu Fuß über die Grenze. Zugegeben, es ist ein komisches Gefühl, unser ganzes Hab und Gut stehen zu lassen und zu Fuß in ein Land zu gehen, über das wir die wildesten Geschichten gehört haben. Mir gehen ein paar Dinge durch den Kopf. Der stärkste Gedanke ist: „Was ist, wenn uns die Amis nicht mehr reinlassen?“

Eigentlich ein ziemlich dämlicher Gedanke. Denn, warum sollten sie uns wenige Minuten später die Einreise verweigern? Schließlich werden wir dann ja nur unser Wohnmobil abholen und erneut über die Grenze nach Mexiko fahren. Wer aber schon mal an einem Flughafen in den USA mit dem Sicherheitspersonal (Grenzbeamte/ Heimatschutzbehörde) über eine gravierende Sicherheitsfrage diskutiert hat, z.B. über die Mitnahme einer rasierklingenscharfen, heimtückischen und tödlichen Waffe – einer Nagelfeile aus Kunststoff - der weiß auch, dass man mit logischen Argumenten bei manchen Institutionen nicht zwingend einen Blumentopf gewinnen kann.

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Wie verläuft der Grenzübertritt nun tatsächlich?

Wir verlassen zu Fuß die USA und gehen in das Touristenoffice, wo wir ohne Wartezeit sofort dran kommen. Wir begrüßen den Beamten mit unserem einstudiertem Satz: „Somos de Alemania.
Queremos pasar en Mexico 6 meses.“
(Wir sind aus Deutschland. Wir möchten 6 Monate in Mexiko verbringen.)

Sichtlich erfreut darüber, dass wir ihn auf Spanisch ansprechen, fragt er freundlich in gutem Englisch nach unseren Pässen und gibt uns die Touristenkarten zum Ausfüllen. Ein Muster liegt bereit. Anschließend gehen wir zur Kasse und bezahlen 306,- mexikanische Peso, was nach aktuellem Umrechnungskurs 21,- US$ entspricht. Wir können uns aussuchen, in welcher Währung wir zahlen wollen. Nach dem Bezahlen geht´s mit der Einzahlungsquittung wieder zurück zum Schalter und wir erhalten unser 6-Monats-Visum mit einem Lächeln und den Worten: „Bienvenidos en Mexico!“

Bis hierhin war alles völlig entspannt.

Der ganze Prozess hat in unserem Fall ca. 15 Minuten gedauert, wobei wir wirklich keinerlei Wartezeiten hatten. Jetzt geht´s zu Fuß wieder zurück in die USA. Wir sind gespannt.

Wir gehen durch einen 50m langen Zaunkorridor und kommen in das Abfertigungsgebäude. Vor uns sich glücklicherweise nur 2 Personen und daher haben wir auch hier keinerlei Wartezeiten. Der Beamte fragt uns, woher wir kommen und wohin wir wollen. Wir erklären ihm die Situation - dass wir nur kurz zu Fuß in Mexiko waren, um die Touristenkarte zu holen und jetzt wieder in die USA möchten, um unser Wohnmobil zu holen und dann für ein paar Monate nach Mexiko fahren wollen. Diese Vorgehensweise ist sicherlich nichts Neues für ihn und somit fertigt er uns - etwas gelangweilt, aber trotzdem freundlich - schnell ab und schon sind wir wieder in den USA.

Wir schwingen uns in unser Wohnmobil und fahren wieder an die Grenze. Ein mexikanischer Beamter schaut kurz ins Wohnmobil, fragt ob er in die Schränke schauen darf (was wir ihm ausnahms-­
weise erlauben ;)), öffnet daraufhin eine Schublade und einen Schrank und verabschiedet sich wieder mit einem „Willkommen in Mexiko und gute Reise.“

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Alles in Allem hat die komplette Abwicklung ca. 30 Minuten gedauert, bis wir samt Fred die Grenze von USA nach Mexiko überschritten haben.

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Nächstes Ziel - Ensenada:

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Endlich wieder metrische Angaben - herrlich!!! 🙂

>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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Hier geht es zum nächsten Beitrag: Von Tecate nach Ensenada – der erste Eindruck

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2 thoughts on “Mexiko wir kommen! Grenzübertritt in Tecate zur Baja California.”

  1. Auch dieser Post ist wie immer spannend geschrieben und lässt auf "mehr" hoffen ... Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und eine tolle Zeit in Mejico .. (ach wusstet ihr dass ich von 88-92 eine spanisch-mexikanische Tapas Bar hatte, deshalb erzählt mehr, ich war leider noch nicht dort ... also heisst es auch bei uns bestimmt eines schönen Tages: "andale Ilona e Simon, nos vamos a mejico")

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