Mit Vollgas durchs Paradies

So wird das nix …

Da machen wir uns endlich wieder auf den Weg Richtung Norden (zurück in die USA), wollen die restlichen 1500km auf der Baja zügig und ohne große Zwischenstopps durchfahren, und was passiert? Wir schaffen es gerade mal bis zur nächsten Tankstelle …

Dort kommen wir sehr schnell mit einem Deutschen, der hier schon länger lebt, ins Gespräch. Als er erfährt, dass wir noch nicht wissen, wo wir heute unser Nachtlager aufschlagen werden, gibt er uns einen Geheimtipp. Direkt um die Ecke befindet sich ein wunderschöner Strandabschnitt, wo wir uns auch problemlos mit dem Wohnmobil hinstellen könnten. Das hört sich sehr verlockend an. Wir hätten dann zwar nur knapp 17km Tagesstrecke geschafft, aber was soll´s. Wir können es uns ja zumindest mal anschauen 😉

(Die "Höhe über Meeresspiegel" kann ausgeblendet werden, indem man auf den gleichnamigen Schriftzug mit dem blauen Hintergrund klickt)

Unser erster Eindruck: "Wow, was für ein schöner Stellplatz!" Ist gebongt für heute Nacht! 🙂

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Kaum haben wir uns eingerichtet, bekommen wir auch schon Besuch: ein deutsches Pärchen, das hier schon seit Jahrzehnten lebt, kommt vorbei, um „Hallo“ zu sagen. Eberhard und Renate haben schon viel von der Welt gesehen und dementsprechend auch viel zu erzählen. Was sie auch sehr gerne tun 😉 Sie laden uns für den nächsten Tag zu sich nach Hause ein und wir ahnen schon, dass wir hier so schnell nicht wegkommen werden …

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Und nein, auch beim 100sten Mal werden die spektakulären Sonnenuntergänge nicht langweilig:

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Das Lichtermeer vor uns ist übrigens LaPaz:

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Am nächsten Tag besuchen wir unsere neuen Freunde in ihrer „Hacienda del Sol“

Was mal als Hobby angefangen hat, hat sich mit den Jahren in eine wunderschöne Anlage mit Bungalows, Studios, Wohnmobil-Stellplätzen, Poolanlage u.v.m. verwandelt. Eberhard ist Arzt im Ruhestand und hat schon überall auf der Welt Patienten behandelt. Während er uns stolz seine Anlage zeigt, erzählt er uns von seinen vielen Abenteuern.

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Das Besondere hier ist, dass man als Gast eines der Autos (und sogar auch Boote!) kostenlos haben kann – man muss nur auf eigene Faust eine Versicherung abschließen und schon kann man die Gegend erkunden:

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Eberhard redet ohne Punkt und Komma (wenn man ihn lässt), was aus unserem geplanten Kurzbesuch gleich einen mehrstündigen Aufenthalt gemacht hat. Da wir auch noch ein bisschen die Gegend erkunden wollen, stellen wir fest, dass es keinen Sinn macht, heute wieder weiter zu fahren. OK, dann bleiben wir eben noch eine Nacht länger an diesem schönen Strand. Es gibt Schlimmeres 😉

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Mal schauen, was für einen Sonnenuntergang wir heute geboten kriegen 😉

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So, jetzt wird es langsam wirklich Zeit, dass wir uns auf den Weg in die USA machen. Wir brauchen einen Platz mit schnellem und zuverlässigem Internet, wo wir für ein paar Wochen an unseren Projekten arbeiten können.

Am nächsten Morgen schaffen wir es tatsächlich, La Paz zu verlassen! Am Ortsausgang erwartet uns auch schon die erste Polizeikontrolle, an der wir jedoch (Dank unseres „Alemania“- Aufklebers?) einfach durch gewunken werden.

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Viel abenteuerlicher ist die Baustelle, die uns auf der Hinfahrt vor fünf Monaten schon verrückt gemacht hat …

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Sie ist immer noch nicht fertig und jeder Lkw / Bus, der uns entgegen kommt ist eine Herausforderung für sich:

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Dass uns unterwegs auch eine Horde Cowboys entgegen kommt, wundert uns jetzt auch nicht mehr…

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Irgendwie habe ich die Mex1 gar nicht mehr so kurvig in Erinnerung:

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Einmal unterwegs, ziehen wir es auch durch. Wir schaffen eine - für unsere Verhältnisse – recht große Teilstrecke mit 320km am Stück. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir in Puerto Escondido an, wo wir an unserem alten Platz am Hafen übernachten wollen.

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Ach ja, da werden Erinnerungen an die schöne Zeit geweckt, die wir hier schon auf dem Hinweg hatten ... Wer mag, kann die Berichte dazu hier nochmal nachlesen:

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Wir bekommen auch vom Hotel Tripui erneut das Angebot, uns dort für ein paar Tage kostenlos hinzustellen. Warum? Darum: Der geheime Urlaubs-Schnäppchen-Report

Aber so verlockend das Angebot auch ist - wir wollen jetzt wirklich zügig weiter Richtung USA und lehnen diesmal dankend ab.

Der Streckenabschnitt entlang der Bahia Concepción ist eine besondere Augenweide – eine traumhaft schöne Küstenstrecke, die es dem Fahrer besonders schwer macht, sich auf die Straße zu konzentrieren …

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Wir haben bereits auf dem Hinweg eine traumhafte Zeit an der Bahia Concepción verbracht (hier gibt´s nochmal den dazu gehörenden Reisebericht: Wir sind im Himmel - ohne die Unannehmlichkeit des Sterbens in Kauf genommen zu haben)

Ich möchte aber unbedingt noch einen kleinen Zwischenstopp an der „Playa El Requeson“ machen, da wir diese auf dem Hinweg nicht mitgenommen hatten.

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Ein absoluter Geheimtipp, hier könnten wir es locker ein paar Tage aushalten …

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Nach einer kurzen Diskussion entscheiden wir uns dann aber doch, weiter zu fahren. Wir haben jetzt einfach keine Ruhe mehr und wollen so schnell wie möglich wieder in die USA. Wo wir heute Nacht übernachten werden, wissen wir noch nicht. Es wird sich schon irgendwo ein schönes Plätzchen finden. Jetzt geht es erstmal weiter entlang der wunderschönen Bahia Concepción:

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Als wir an der Playa Santispac vorbeifahren, werden wieder alte Erinnerungen wach. Hier haben wir im Januar Ilka und Günther zum ersten Mal getroffen und gemeinsam mit ihnen und anderen Langzeitreisenden eine wundervolle Zeit verbracht …

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Die nächste Station auf dem Weg in die USA ist das Städtchen Mulegé, wo wir dieses Jahr den Jahreswechsel gefeiert haben:

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Weiter geht es entlang der Küste bis zur alten Bergwerksstadt Santa Rosalía, wo wir uns leider vom Golf von Kalifornien (sea of cortes) verabschieden müssen.

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Jetzt kommt der Streckenabschnitt, vor dem ich am meisten Schiss habe, weil er besonders kurvig und steil ist … Tom bringt uns aber Gott sei Dank sicher über den Berg und ich kann endlich aufatmen.

Wie weit fahren wir heute noch? Keine Ahnung … Zumindest wollen wir die Grenze von der Baja California Sur zur Baja California Norte überqueren und uns dann irgendwo hinter Guerrero Negro einen Schlafplatz suchen.

Natürlich kommt es anders, als geplant. Noch bevor wir Guerrero Negro erreichen, werden wir Zeuge eines üblen Auto-Unfalls. Was macht ein deutscher Rettungssanitäter in einem fremden Land, wenn er als erster an der Unfallstelle ist, dort mehrere Schwerverletzte vorfindet, ihre Sprache aber nicht spricht? Über diese Herausforderung berichten wir in unserem nächsten Beitrag.


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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