Mit dem Kajak durch den Wüstensand

Dezember. Winterzeit. Weihnachtszeit. Bei uns von all dem keine Spur. Bis jetzt.

„Fahr nicht so schnell. Es schaut echt glatt aus!“, äußert meine Maus ihre Bedenken. Und sie hat Recht und Unrecht in einem. Es schaut wirklich verdammt glatt aus und ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie griffig die Straße hier ist. Eine vorsichtige aber harte Bremsung in langsamer Fahrt soll die Lösung bringen. Ich trete das Bremspedal erst leicht, dann immer fester durch. Auf einmal fängt alles an zu rutschen. Zumindest fast alles. Sämtliche Innereien der Schränke melden ihr klimperndes Unbehagen über die harte Bremsung. Das einzige was nicht rutscht, ist das Wohnmobil. Die Straße ist griffig wie immer. Auch wenn man es nicht glauben mag.


Wir befinden uns im White Sands National Monument.

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Die weißen Dünen der White Sands sind nicht nur vom Weltall aus zu sehen, sondern auch mit über 700 km² das größte Gips-Dünenfeld der Welt.

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Wir trauen unseren Sinnen immer noch nicht . Unsere Augen ­
erklären uns, dass wir Winter haben und durch Schnee fahren und unsere Haut sagt uns, dass es für Schnee eindeutig zu warm ist. Wir testen es aus. Barfuß wagen wir uns in den „Schnee“ – und sind begeistert. Es fühlt sich ganz seltsam an. Der weiße Sand ist richtig weich. Wirklich schon fast wie Schnee. Wir können die Sandkörner sogar mit unseren Fingernägeln nochmal brechen und zerkleinern.


Irgendwie reicht der Tag nicht ganz aus. Ok, zugegeben - wir sind auch erst am frühen Nachmittag hier angekommen. Also wieder raus aus dem Park. Am nächsten Morgen wollen wir noch mal rein um bei richtig blauem Himmel ein paar Fotos zu machen und endlich mal eine Runde Schlitten zu fahren 😉
Den Abend verbringen wir mit dem erneuten Ausbau des Rückfahrmonitors (ja, das kleine Miststück hat wieder den Geist aufgegeben!) und unseren Hausaufgaben für den Junior Ranger.


Die Nacht verbringen wir einfach ein paar Meter vom Parkeingang entfernt auf einer kleinen Parkbucht, da wir kurz nach Sonnenaufgang wieder in den Park wollen.
Am nächsten Morgen geht es um 07:30 Uhr schon in den Park. Wie erwartet, haben wir strahlend blauen Himmel:


Eines ist jedoch unerwartet: Die Temperatur. Jetzt könnte es wirklich Schnee sein. Gut, nicht ganz. Aber auch hier sind es am frühen Morgen nur frische 12°C. Wenn wir bedenken, dass es Anfang Dezember ist, haben wir es um diese Uhrzeit mit 12°C auch nicht so schlecht erwischt 😉
Warm eingepackt. „Spielzeug-Rucksack“ und Fotokamera dabei und schon geht´s los.


Nach langem Suchen haben wir endlich die passende Düne gefunden um ein paar Fotos mit einem meiner Lieblingsspielzeuge zu machen.


Mittlerweile sind schon ein paar Stunden vergangen und die Sonne bringt ihre Heizkraft zu uns in die White Sands. Es ist also an der Zeit, unserer Sommersportgeräte auszupacken und auch diese zu testen. Normal Schlittenfahren kann ja jeder 😉


Und weil´s so geil war, gleich noch ein paar Mal hintereinander…


Nachdem meine Maus so viele geniale Fotos gemacht hat, hat es sie auch gepackt und sie will es auch unbedingt machen. Also, wie es sich für einen Gentleman gehört trage ich das Kajak nach oben und übernehme den Fotoapparat.
Als meine Maus an der Startposition ist, fällt ihr auf, dass es im Boot irgendwie steiler aussieht als vorher.

Aber… es gibt kein Zurück 😉


Und jetzt ist erst mal Schluss mit lustig. Denn jetzt geht´s auf die Schulbank! Unser Spanisch-Lehrer wartet schon auf uns. Denn jetzt haben wir Unterricht beim Sprachentalent Klaus Bylitza. Klaus unterrichtet 12 (!) Sprachen. Eine davon ist Spanisch und durch seine geniale Vorgehensweise lernt man die Sprache sehr schnell. Klaus sagt: „Gib mir 5 Tage Deiner Zeit und danach sprichst Du die Sprache in den Grundlagen fließend.“ Wenn das mal nicht geil ist. Da wir in wenigen Tagen schon die mexikanische Grenze überschreiten werden, kommt uns sein Sprachen-Speed-Training gerade recht.
Leider müssen wir schon nach 2 Stunden unseren Spanisch Unterricht beenden, da wir plötzlich permanent aus dem mobilen Internet rausfliegen. Schade. Aber das holen wir auf jeden Fall noch nach. Zumindest haben wir schon einige Grundzüge verstanden und sind von seinem Lernsystem hellauf begeistert.
Jetzt wollen wir langsam wieder Richtung Visitor Center. Jedoch nicht, ohne zuvor noch ein bisschen im Sand zu spielen, schreiben und zu malen.


Und dann finden wir noch was richtig Leckeres: Wilden Rosmarin! Natürlich knipsen wir uns gleich ein paar Zweige ab und der Duft füllt in wenigen Minuten das Wohnmobil.

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Als wir am Visitor Center ankommen, traue ich meinen Augen nicht. Denn wir fahren auf eine Gruppe Leute zu, die sehr vertraute Kleidung tragen. Ein Bus mit deutschen Luftwaffensoldaten steht vor uns. Natürlich nutzen wir gleich die Gelegenheit, mal wieder Deutsch zu sprechen. Die Kameraden sind für ein paar Wochen in El Paso auf Lehrgang und waren heute zu Besuch im Park.

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Und jetzt kommt wieder unsere Prüfung, worin wir ja schon fast routiniert sind 😉

Geschafft. Wir haben unseren 6. Junior-Ranger gemacht 🙂

>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

Hier geht es zum vorherigen Beitrag: AAAAAH – die größte Pistazie der Welt!!!!

Hier geht es zum nächsten Beitrag: Die "White Sands Missile Range". Trinity Site, Geburtsort der Atombombe.

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