Heiße Quellen und nackte Tatsachen – Mitten in der Wüste

Nach unserem kurzen Trail machen wir uns also auf dem Weg zu den Hot Springs. Man sagte uns, dass wir mit dem Wohnmobil relativ nah heran fahren können, obwohl es sich um eine Gravelroad (Schotterpiste) handelt. Wenn Fred das nicht gewollt hätte, wäre er sicherlich ein Sportwagen geworden. Also entscheiden wir Drei, dass wir es wagen werden. Gesagt, getan. Nach 15 Minuten Fahrtzeit kommen wir an ein Schild, dass die Weiterfahrt für RV´s, Trucks, und Pick-Ups mit Zwillingsreifen untersagt. Also stellen wir Fred hier ab und laufen die letzten Meter zu den Quellen. Meine tapfere Maus verzichtet darauf, dass wir die unzähligen Stachel jetzt alle herausziehen, da wir es sonst heute nicht mehr in den "Kochtopf" schaffen. Wir einigen uns darauf, dass wir eine Pinzette mitnehmen und uns in den heißen Quellen ihrer Hand annehmen.

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„Hot Springs“ ist eine historische Stelle, welche schon von den Ureinwohnern genutzt wurde. Auf dem Weg zu der Quelle kommt man an verlassenen Gebäuden vorbei. Hier hat 1909 ein amerikanischer Siedler die Quelle für sich entdeckt und glaubte, dass er dort die Heilung für u.a. seine Malaria-Erkrankung erhielt. Er fing an, dass Wasser in einer 21-Tage-Kur zu trinken und darin zu baden. Als es ihm nach 21 Tagen deutlich besser ging, errichtete er ein Badehaus. Er lebte dort mit seiner Frau und seiner Tochter für einige Jahre, bis die mexikanische Revolution ihn zwang zu fliehen.


Weiter unten am Rio Grande findet man am Felsen, nur wenige Meter vom Ufer entfernt, noch Petroglyphen (Steinritzungen) und Pictographen (Felszeichnungen) von den amerikanischen Ureinwohnern. Im Junior Ranger Heft findet man jede Menge Übersetzungen der Zeichen, so dann man die Geschichten teilweise lesen kann, was Geschichte auf einmal unheimlich lebendig werden lässt.

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Mittlerweile fängt die Sonne an sich zu verabschieden und während wir in die Quellen steigen und das heiße Wasser genießen, färben sich die Tafelberge in unendlich vielen Rot-Tönen.

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Wir genießen das Bad, die Aussicht und die Nähe zum Rio Grande sichtlich. Die andere Uferseite ist übrigens schon Mexiko. Als ich endlich Enidas Hand verarzten will, schaut sie mich ungläubig an, streicht mehrfach über ihre Hand und sagt: „ Die Stacheln sind weg. Ich spüre nichts mehr.“ Und tatsächlich. Auch beim genauen Hinsehen kann man nichts mehr erkennen. Also kennen wir jetzt auch das Geheimnis, wie man diese verflixten Ministacheln aus der Haut bekommt: ein heißes (Hand-)Bad. Am besten in den Hot Springs 🙂

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Wir bleiben noch fast eine Stunde nach Sonnenuntergang, weil wir uns nicht losreißen können...

 

Und da meine Maus den Sand aus dem Badeanzug waschen will, wird es zum Schluss sogar noch ein paar Grad heißer… 🙂

Das Bild musste ich leider an der interessantesten Stelle ausschneiden - Beschwerden bitte direkt an Enida 😛

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>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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