Zu Gast bei Don Johnson

Wie Geil ist das denn? Signierte Fotos seiner weltberühmten Freunde wie u.a. John Wayne und Olivia Newton-John zieren eine komplette Wand! Wo wir sind? Zu Gast bei Don Johnson!

Aber alles der Reihe nach…

Nachdem wir das kleine Oasen-Örtchen San Ignacio erkundet,
Freds Wassertanks aufgefüllt, bzw. entsorgt haben, machen wir
uns auf unseren Weg ins 140 km entfernte Örtchen Mulegé
(sprich: Muh-lahe).

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Schon nach wenigen Kilometern sehen wir sie.
Sie sind einfach wunderschön.
Ganz anders als das, was man hier mit Masse in Mexiko zu sehen bekommt. Sind die meisten doch eher - sagen wir es mal höflich -
etwas unförmig. Doch diese haben ganz klare, wohlgeformte Rundungen, wodurch sie sich von den anderen unterscheiden. Und sie sind zu Dritt. Und… sie sind noch Jungfrauen – sagt man zumindest. Wobei ich letzteres nicht wirklich glauben kann. Denn in ihrem tiefen Inneren ist kochende Lava. Wir reden hier natürlich von den „Drei Jungfrauen“, den Vulkanen, welche auf 2/3 des Weges von San Ignacio nach Santa Rosalia liegen.

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Nachdem wir die drei Vulkane passiert haben, kommen wir zum steilsten Teilstück der Mex 1, der Hauptverbindungsstraße
zwischen dem Norden und dem Süden der Baja California. In vorherigen Blog-Artikeln haben wir schon geschrieben, wie gefährlich diese Straße ist und wie viele Kreuze zu sehen sind. Das vor uns liegende Steilstück beläuft sich zwar nur auf ca. 5 km, soll es aber in sich haben. Lassen wir uns überraschen.

Und wir werden überrascht. Denn kurz bevor die steilsten Strecken anfangen, taucht vor uns ein Gefahrgut-Transport auf. Genauer gesagt, ein Lkw, welcher Propan-Gas transportiert. Gar nicht
auszumalen, was passiert, wenn er…. Verdammt… Bilder raus aus meinem Kopf! Denn Gedanken können Realität werden…

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Wir halten respektvollen Abstand. Denn Sicherheitsstandards, wie auf europäischen Straßen, gibt es hier leider nicht. Und falls die Bremsen der rollenden Bombe versagen, möchten wir nicht in der Nähe sein.

Ein Blick in den Rückspiegel macht meinem Plan aber leider einen Strich durch die Rechnung. An meiner Stoßstange klebt regelrecht ein Kleinlaster – beladen mit unzähligen Gasflaschen. Super.

Als ich hinter der „fahrenden Schubkarre“ auf Rädern noch einen vollbeladenen Kiestransporter sehe, halte ich Ausschau nach
versteckten Kameras. „Verstehen Sie Spaß“ oder besser die amerikanische Angstvariante, wo man harmlose Passanten oder „Freunde“ bei versteckter Kamera in Angst und Schrecken versetzt.

Wie auch immer.

Meine Hände fangen an zu schwitzen. Kann dieser Idiot hinter mir, ich meine natürlich meinen lieben Mitmenschen im Kraftfahrzeug hinter mir, nicht wenigstens Anstandshalber eine einzige Fahrzeuglänge Abstand halten? Hm, vielleicht fährt er ja auch nur so nahe auf, damit er sanft an unser Wohnmobil andocken und wir für ihn mitbremsen können, falls seine Bremsen versagen?

Nach einer gefühlten Ewigkeit - und zum Glück ohne Probleme - haben wir das steile Stück hinter uns gebracht. Und nu? Natürlich biegen jetzt auch alle Lkws in unserer Nähe ab und wir sind so gut wie alleine auf der Straße. Vielleicht war es ja doch „Die versteckte Kamera“…


Wenige Kilometer nach Santa Rosalia können wir plötzlich diesen wundervollen Ausblick genießen:

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Leider wird uns dieser Ausblick nur einen Moment später wieder versaut. Denn als wir um die Ecke fahren, trauen wir unseren Augen und unserer Nase nicht…
Dass Müll entsorgt werden muss, versteht sich von selbst.
Aber hier - zumindest ist das unser Eindruck - wird der gesammelte Müll einfach auf einen Haufen geworfen und verbrannt.

Kurz vor der Ortschaft sehen wir wieder eindrucksvolle Spuren
vom Hurrikan. Im Ort selber machen wir keinen Stopp, da uns
die Ortschaft nicht wirklich anspricht und alles recht eng und
verwinkelt ist.


Wie wir jedoch später von anderen Reisenden erfahren haben, soll die Innenstadt einen Besuch wert sein (die Straßen sind jedoch nicht RV- tauglich).

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Wir kommen, wie so oft, erst kurz vor Sonnenuntergang in Mulegé an. Wir sehen noch, dass es sich um eine saftige, grüne Oase handelt, über welche wir uns nach einigen Stunden Fahrt durch die Wüste immer wieder freuen.

Wir stellen uns auf den neuen RV Park vom Hotel Serenidad, welches am südlichen Ortsausgang liegt. Dieser Park liegt sehr ruhig im Dreieck an einer kleinen Landepiste, dem Mulege River und der Sea of Cortez (der Ostküste der Baja).

Ach ja, heute ist übrigens Sylvester. Hätten wir ja fast vergessen 😉

So wie in den letzten Jahren auch, haben wir unser sehr kraftvolles Sylvester-Ritual vorbereitet und wir freuen uns schon drauf, es heute Abend durchführen zu können. Seit wir dieses durchführen, haben wir in den letzten Jahren immer zwischen 80 bis 90% unserer gesetzten Jahresziele erreicht. Was wir genau machen, kannst Du hier nachlesen:

>>> DAS RITUAL <<<

Dieses Sylvester wird eines der dunkelsten, welches wir je erlebt haben. Denn gegen 20:00 ist Stromausfall. Und so wie es aussieht, in der ganzen Ortschaft. Denn auf einmal ist es überall dunkel und sämtlicher Partylärm, zumindest die Musik, verstummt. Gut,
letzteres finden wir ehrlich gesagt gar nicht so schlimm 😉

Mittlerweile ist es 23:30 Uhr und wir haben immer noch keinen Strom. Wir bereiten uns auf unser Ritual vor und wenige Minuten später führen wir es durch. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie befreiend der erste Schritt dieses Rituals ist. Du wirst den ganzen „Müll“ vom alten Jahr los. Herrlich 🙂

Der nächste Morgen. Neujahr 2015.

Wir erfahren, wem das Hotel gehört.
Der Eigentümer ist Don Johnson

Doch bevor wir Don treffen, werden wir von einem älteren Ehepaar gefragt, ob wir ihnen beim Verzurren ihres Anhängers helfen können. Auf dem Hinweg haben Bekannte das für sie gemacht und nun sind sie etwas ratlos...

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Nach dieser ersten guten Tat des neuen Jahres, was sich richtig gut anfühlt, wird erstmal ein bisschen Sport gemacht:

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Und jetzt wollen wir ein wenig die Gegend erkunden...

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Auf dem Weg zum Strand haben wir das Gefühl, über einen Fisch-Friedhof zu laufen – oder besser gesagt über eine Schlachtfeld im wahrsten Sinne des Wortes…


Und jetzt lernen wir ihn kennen: Don Johnson!
Einen engen Freund von meinem Kindheits- und Western-Helden John Wayne. Als wir ihn sehen, fragen wir ihn, ob er Don ist und er bejaht. Don ist ein quietschfideler, fast 90-jähriger Amerikaner mit einem trockenen und angenehmen Humor. Er beschwert sich auch gleich, dass es zu einigen Verwechslungen kommt, weil irgend so ein Kauz aus Hollywood seinen Namen für eine Billig-Fernseh-Produktion in Miami Beach, ähm, Vice, verwendet hat. Er habe sich auch schon überlegt, ob er bzgl. Lizenzrechte an ihn herantreten soll, aber John Wayne hat ihn davon abgehalten. John Wayne war sein engster Freund aus Hollywood und von den beiden hängen jede Menge private Fotos an der Wand, welche Don und John in seinem Hotel oder John in einigen seiner unzähligen Filmrollen zeigen. Leider haben wir keine Kamera zur Hand, als wir uns mit ihm unterhalten. Dann machen wir die Fotos eben wenn wir wieder auf dem Rückweg in die USA sind. Denn hier kommen wir auf jeden Fall wieder vorbei 🙂

Da das Hotel sehr gemütlich und das Wifi recht flott ist, legen wir hier noch einen Internet-Arbeitstag ein, bevor wir weiter zur allseits gelobten „Bahia de Concepción“ fahren, die mit ihren unzähligen Traumstränden das Klischee von kristallklarem, türkisfarbenem Wasser perfekt verkörpert...


Am selben Abend nehmen wir deutsche Stimmen neben uns wahr und fragen natürlich gleich, wo sie her kommen und was sie hier machen. Holger und Manuela sind mit ihren beiden Söhnen Lucas und Henri als „normale“ Urlauber hier, leben aber seit vielen
Jahren in den USA und arbeiten auch dort. Schnell kommen wir ins Gespräch, lernen uns ein bisschen kennen und verbringen einen schönen Abend zusammen. Wir führen spannende Gespräche zu Themen wie Online-Marketing, Blogs, Podcasting usw. Und jetzt kann sich jeder vorstellen, dass es ein langer Abend geworden ist…

>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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