Whale Watching – Ozeanriesen, (Grau-) Wale, aus nächster Nähe erleben

Wie sehr habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Schon seit vielen Jahren steht „Wale live erleben“ auf meiner „Noch-zu-erleben-bevor-ich-sterbe“-Liste. Kurz: Bucket-List. Es muss ein unbeschreibliches Gefühl sein, wenn aus den Tiefen des Ozeans plötzlich solch ein liebenswerter Gigant in der Größe eines Omnibusses neben dir auftaucht. Wir haben so viele Fotos gesehen, wo die Wale bis an die Boote herankommen. Vermutlich ist „Menschen-beobachten“ bei denen so hoch im Kurs wie bei uns Wale beobachten 😉 In einigen Fällen lassen sich die Wale sogar anfassen. Was wir heute erleben werden wissen wir jetzt noch nicht. Aber eins ist sicher: Wenn sich auch nur ein Wal in unserer Nähe zeigt, wird es ein einmaliges Erlebnis werden.

Wir haben mit Diana vereinbart, dass sie uns um 08:00 Uhr zum Hafen fährt. Somit wären wir letztendlich spätestens um 09:00 Uhr im Boot. Das ist deshalb wichtig, da um 10:00 Uhr die ganzen Reiseveranstalter mit ihren Bussen ankommen.

Der Preis beträgt 150,- Pesos (ca. € 10,-) pro Person oder 900,- Pesos (ca. € 50,-) pro Boot. Jeweils für eine Stunde Fahrtzeit. Wir haben somit zwei Optionen zur Wahl: Entweder wir zahlen zusammen € 20,- und müssen damit rechnen bis zu 10 weitere Personen im Boot zu haben, oder wir zahlen € 50,- und haben das Boot für uns alleine. Die Entscheidung ist schnell gefällt. Es ist ein einmaliges Erlebnis. Wir wollen es für uns genießen. Keine anderen Menschen auf unseren Fotos haben und, falls die Wale wirklich bis ans Boot kommen, jede Sekunde ausnutzen können, um mit ihnen Kontakt zu haben. Also chartern wir uns ein „Panga“, so werden die Fischerboote genannt, für uns alleine.

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Wir fahren in der riesigen Bucht ca. 5 Minuten Richtung Norden, bis ich plötzlich: „Wal! Da bläst er!“ in meinem geistigen Ohr höre, jedoch vor meinem echten Auge sehe. Auch wenn es nicht Moby Dick ist, und zum Glück auch nicht Kapitän Ahab unser Boot steuert, ist es ein sehr persönlicher und magischer Moment. Ich bekomme Gänsehaut.

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Der erste Wal ist noch relativ weit entfernt. Geschätzt ca. 50 Meter, aber es ist trotzdem großartig. Unser Kapitän steuert vorsichtig näher auf ihn zu. Die Veranstalter haben sehr strikte Auflagen, wie schnell sie fahren dürfen, welche Richtung sie auf die Wale zuhalten dürfen und wie weit sie ihnen folgen dürfen. Es soll vermieden werden, dass Wale von den Whale Watching Booten „gejagt“ werden. Und sofern wir es sehen und beurteilen können, halten sich die Boote daran.

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Bevor wir uns ihm nähern können, ist er abgetaucht. Wir halten weiter Ausschau und fahren langsam vorwärts. Minuten vergehen und wir sehen die Wale leider nur aus größerer Entfernung. Teilweise sehen wir bis zu vier Grauwale gleichzeitig. Jedoch alle weiter weg. Ein Blick auf die Uhr: 30 Minuten sind schon rum. Halbzeit. Bis jetzt konnten wir noch keinen vernünftigen „Schuss“ machen, geschweige denn einen Wal berühren. Ich werde ungeduldig, hoffe jedoch noch auf weitere magische Momente.

Plötzlich, nur wenige Meter neben uns schießt eine Fontäne in die Luft und Mama-Wal taucht mit Baby-Wal direkt neben uns auf. Wie geil ist das denn?! Verdammt sind die groß! Selbst das Baby! Mein Gott! Es ist so wunderschön! Auch hier kann man regelrecht die glatte Babyhaut sehen. Bis jetzt gab es noch keine Verletzungen durch Schiffsschrauben, Fangnetze, Harpunen oder sonstige „Umwelteinflüsse“.

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Die Momente, wo sich die Wale an der Oberfläche zeigen vergehen wie im Flug. Und das Warten bis zum (hoffentlich) nächsten Auftauchen wie eine Ewigkeit.
Wir haben noch Glück, dass wir noch ein paar weitere Wale sehen, bevor unser Kapitän fragt, ob wir eine weitere Stunden buchen wollen. Ein Blick auf die Uhr lässt mich erschrecken: es sind schon 55 Minuten rum. Wahnsinn wie die Zeit in solchen Momenten rennt. Da die Wale heute anscheinend nicht in „Menschen-beobachten-Laune“ zu sein scheinen, entschließen wir uns dazu, es bei einer Stunde zu belassen. Lieber kommen wir zu einer anderen Zeit noch mal wieder.
Hier noch ein paar weitere Eindrücke:


­Und kurz bevor wir abdrehen und zum Hafen zurückkehren wollen, verabschiedet sich noch ein Wal mit einer winkenden Schwanzflosse…

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Was für ein Tag! Eine Gänsehaut nach der anderen. Wir sind unendlich dankbar, diese wunderschönen Tiere aus nächster Nähe beobachten zu dürfen. Wir können nur jedem dieses Erlebnis empfehlen!

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Zu Guter Letzt haben wir auch noch ein Video aufgenommen, was den Tag und unsere Erlebnisse in 5 Minuten zusammenfasst:

Und als weiteres Highlight erleben wir am späten Nachmittag einen doppelten (!) und vollkommenen (180°) Regenbogen, direkt vor unserem Wohnmobil… wow!

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Morgen geht es weiter zu unserem nächsten Abenteuer. Es geht nur wenige Kilometer weiter nach Ciudad Constitution. Und was uns hier passiert, soll mein Vertrauen zu Vogelspinnen noch mal sehr auf die Probe stellen…


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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