Nanu, wo sind wir denn hier gelandet?

Hmmm... Haben wir uns etwa verfahren?

Sind wir wirklich noch in Mexiko?

Wir haben uns schon derart an Hitze, Staub und Trockenheit gewöhnt, dass wir unseren Augen gar nicht trauen, als wir plötzlich vor uns diese wunderschöne Oase erblicken. Wir brauchen erstmal einen Moment, um uns an diese Bilder zu gewöhnen…


Willkommen in Loreto – einem wunderschönen, historischen (und dennoch modernen) Städtchen, was so gar nicht dem Klischee von Mexiko entspricht!

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Spätestens als wir an der Strandpromenade vorbeifahren, wissen wir, dass wir uns hier wohl fühlen werden:

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Unser Campingplatz „Riviera del Mar“ ist nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt.

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Es ist nicht gerade der günstigste Platz (18,- US$ pro Nacht), aber wir bekommen immerhin 30% Ermäßigung, weil wir die Tipps aus unserem Urlaubs-Schnäppchen-Report auch hier wunderbar anwenden können 😉 Und da wir das schnelle Internet ausnutzen und ein paar Arbeitstage einlegen wollen, werden wir mindestens eine Woche hier bleiben.

Arbeiten? Der Vorsatz hat sich in dem Moment erledigt, als wir vor uns wieder ein deutsches Wohnmobil erblicken:

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Sabine und Markus haben – genau wie wir – ihren Hausstand in Deutschland aufgelöst und sind nun mit ihrem „Wohngebiet“ auf dem Weg nach Südamerika. Natürlich verquatschen wir uns mal wieder und vergessen dabei all unsere guten (Arbeits-)Vorsätze… Die beiden bleiben allerdings nur noch einen Tag in Loreto, so dass wir kein schlechtes Gewissen haben – die Arbeit kann warten…

Bewaffnet mit vielen Insider-Tipps, machen wir uns auf den Weg zu unserer ersten Erkundungstour. Bevor es zur Strandpromenade geht, wird erst mal ein Abstecher zu „einer der besten Eisdielen überhaupt“ gemacht. So zumindest das Urteil des Experten 😉

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Direkt neben der Eisdiele befindet sich das Restaurant „Orlando`s“, welches uns ebenfalls empfohlen wurde. „Typisch mexikanische Gerichte zu unschlagbar günstigen Preisen“ verspricht die Speisekarte. Das wollen wir heute Abend testen!

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Wir schlendern gemütlich durch die (sehr saubere!) Fußgängerzone und können immer noch nicht glauben, dass wir tatsächlich in Mexiko sind.

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Die Stadthalle im historischen Zentrum ist auf jeden Fall einen­
Besuch wert:

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Selbst der hässliche Funkmast wird mit Deko-Palmen getarnt, so dass man ihn auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt:

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Nette Idee 🙂

Die Strandpromenade ist nur „eine Eislänge“ von der Altstadt­
entfernt:

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Wir genießen den Sonnenuntergang bei sommerlichen­
Temperaturen (es ist immerhin Anfang Januar!)…

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…und beobachten die Pelikane, wie sie im Sturzflug auf Fischfang gehen:

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Was für ein herrlicher Ort, hier kann man es wirklich ein paar Tage aushalten…

Sightseeing macht hungrig! Jetzt freuen wir uns auf unser Abend-­
essen im Orlando`s 🙂 Unglaublich: für umgerechnet 12 Euro (!) bekommen wir zwei Gerichte, eine Vorspeise und Getränke:

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Nicht nur günstig, sondern auch lecker! Wir kommen bestimmt wieder! 🙂

Natürlich muss man auch als Langzeitreisender so lästige Aufgaben wie Wäsche waschen, Hausputz usw. erledigen. Aber die gehen einem hier irgendwie leichter von der Hand 😉 Und das Eis ist auch schnell abtrainiert:

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Als ein großes Kreuzfahrtschiff in Loreto anlandet, befindet sich die ganze Stadt in einem Ausnahmezustand.

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Neue Verkaufsstände schießen wie Pilze aus dem Boden, man ist auf den Andrang der erwartungsgemäß zahlungskräftigen Touristen von Bord sehr gut vorbereitet. Auch wir wollen uns das Spektakel live anschauen und machen uns auf den Weg zum Strand. Es ist sehr stürmisch heute und da ich mein Haargummi vergessen habe, macht der Wind mit meinen Haaren was er will… Es scheint jedoch ein romantisch angehauchter Wind zu sein – er formt aus meinen Haarsträhnen doch tatsächlich ein Herz:

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Natürlich wird zur Begrüßung die mexikanische Flagge gehisst:

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Als die unzähligen Passagiere mit den Rettungsbooten an Land gebracht werden und die Promenade stürmen, ergreifen wir die Flucht. So einen Menschenauflauf sind wir nicht mehr gewohnt…

Wieder am Wohnmobil angekommen, nutzen wir die Zeit, um unsere Familien und Freunde in Deutschland anzurufen. Die Internetverbindung ist relativ stabil, da wir so gut wie alleine auf dem Campingplatz sind:

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Lange bleiben wir aber nicht alleine. Wir trauen unseren Augen nicht, als plötzlich ein grüner 911 Mercedes auf den Platz fährt. Den kennen wir doch!!! Doro & Jupp sind wieder da! Wir freuen uns wie ein Schnitzel, die beiden wieder zu sehen – wir waren ja weder­
verabredet, noch wussten sie, auf welchen Campingplatz wir als nächstes fahren würden. Aber irgendwie trifft man sich unterwegs doch immer wieder… Wir verwerfen unsere Arbeitspläne erneut und genießen lieber die tolle Gesellschaft der beiden. Sie haben schon so viel von der Welt gesehen und es ist wahnsinnig spannend, ihnen zuzuhören, wenn sie von ihren Abenteuern erzählen…

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Einen Tag später haben wir erneut Grund zur Freude: der weiße 917er Mercedes von Ilka & Günther fährt gerade um die Ecke! Wie geil ist das denn!? 🙂

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Jetzt wird natürlich wieder erzählt und erzählt (immerhin haben wir uns ja ein paar Tage nicht gesehen!) und als es dunkel wird, gehen wir noch zusammen essen – natürlich ins „Orlando´s“:

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Wenn wir schon mal in Loreto sind, wollen wir auch einen Ausflug zu der alten „Misión San Francisco Javier“ machen. Sie wurde 1699­
erbaut und befindet sich –als einzige Mission auf der ganzen Baja - bis heute noch im Originalzustand. Die Mission liegt 35 km westlich von Loreto – wir müssen also in Landesinnere und dort mit Schotter-­
pisten und Straßenschäden (Hurrican) rechnen. Aber wir haben ja unsere Enduro - sie freut sich schon auf die Herausforderung!

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Die Fahrt dorthin wird tatsächlich zu einem Abenteuer für sich.­
Hier sind die Schäden, die der Hurrican angerichtet hat, nicht zu übersehen:

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Nach wenigen Kilometern stehen wir schon vor dem ersten ­
Hindernis: Die Straße ist komplett überschwemmt! Mir ist das alles nicht geheuer, ich steige lieber ab und gehe zu Fuß um das Wasser-­
Hindernis herum, während Tom die Kleine souverän durchs Wasser bringt.

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Das nächste Hindernis läßt nicht lange auf sich warten:

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Am Anfang steigen wir noch bei jedem Hindernis ab, um uns die Straßenverhältnisse genau anzuschauen und zu entscheiden, welcher Weg der Beste für die Überquerung ist. Da wir irgendwann aber auch ankommen wollen, prüfen wir im Laufe der Zeit nur noch die Hindernisse, die besonders kritisch erscheinen. Bei den anderen fahren wir einfach so durch…

Wahnsinn, auch hier sind komplette Straßenabschnitte einfach rausgerissen worden und liegen jetzt wie ein Mahnmal im Flußbett. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sehr der Hurrikan hier gewütet haben muss…

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Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir endlich am Ziel­
angekommen:

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Wir sind sehr beeindruckt von dem verhältnismäßig guten Zustand der Mission – das Gebäude ist immerhin über 300 Jahre alt!

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie das Leben so seinen Weg findet - wie hier die Kakteen in der Gebäudemauer:

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Auf dem Rückweg sind wir wesentlich entspannter, da wir schon wissen, was uns erwartet. Ganz bewusst nehmen wir uns Zeit, hier und da noch ein paar Schnappschüsse zu machen:

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Zum Abschluss des Tages machen wir noch einen kleinen Spaziergang in der Stadt und an der Promenade. Wir stellen schmunzelnd fest, dass man hier sogar im Supermarkt keinen Schutz vor SPAM hat:

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Auf der Baja wimmelt es übrigens vor solchen Käfer-Unikaten:

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Insgesamt haben wir neun wunderbare Tage in Loreto verbracht. Unsere deutschen Freunde Doro und Jupp sind leider schon nach zwei Tagen weiter gefahren, dafür sind Ilka und Günther länger geblieben. Wir machen uns jetzt wieder auf den Weg Richtung­
Süden und während wir uns von den beiden verabschieden, haben wir das Gefühl, dass es irgendwo entlang der Mex1 ein Wiedersehen geben wird…

Ach ja, immer wieder treffen wir unterwegs auf Fahrradfahrer, die die komplette Baja mit dem Radl bewältigen. Wir wissen nicht, ob wir sie bewundern oder für verrückt erklären sollen... Nicht wegen der 1700 km (einfach), sondern weil wir wissen, wie viele Höhenmeter dabei bezwungen werden müssen. Wir haben zumindest großen Respekt vor dieser Leistung:

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>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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