Death Valley (1) - Lug und Trug im Tal des Todes

Es ist heiß hier … Verdammt heiß… Man munkelt sogar, dass es der heißeste Ort auf der Welt sei. Hier wurden schon mal 134° Fahrenheit gemessen (was 56,7°C entspricht). Puh, das wäre selbst mir zu heiß.

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Zum Glück haben wir heute angenehme 48°C (Außentemperatur im Schatten)…

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...genau die richtige Temperatur für eine kleine Kettlebell - Sporteinheit 😉

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Bevor es jetzt weiter Richtung Visitor-Center geht, gibt´s noch schnell ein “offizielles” Bild vom Willkommensschild am Parkeingang:

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Im Death Valley Nationalpark gibt es zwei Anlaufstellen für Besucher: das “Scotty´s Castle Visitor Center” im Norden und das “Furnace Creek Visitor Center” im Süden des Parks. Da wir über den Nordeingang in den Park reinfahren, fahren wir direkt zu “Scotty´s Castle”:

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Natürlich wollen wir auch hier unseren “Junior Ranger” machen und fangen sofort damit an, die ersten Aufgaben zu lösen - wir tauchen ein in die faszinierende Geschichte von Scotty´s Castle…

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Die Entstehungsgeschichte dieses wunderschönen Schlosses ist einzigartig und faszinierend zugleich…

Walter Scott (genannt “Death Valley Scotty”) wurde 1872 geboren und lief als kleiner Junge von seinem Zuhause in Kentucky weg, um in Nevada auf der Ranch seines Bruders unterzukommen.

Er hatte einige Jobs in der Umgebung, unter anderem auch im Death Valley, in das er sich sofort verliebte. Im Jahre 1890 wurde Scotty von einem Talentsucher entdeckt, der ihn als Cowboy bei Buffalo Bills Wildwest-Show” einstellte.

Nachdem er zwölf Jahre mit der Show durch die Welt gereist war, fing Scotty einen neuen “Beruf” an, der ihm reichlich Ruhm und Geld einbrachte. Er überzeugte mehrere wohlhabende Geschäftsmänner, dass er Anspruch auf eine Goldmine im Death Valley hätte, die ein Vermögen wert sei. In Erwartung satter Gewinne, investierten die Geschäftsmänner hohe Geldbeträge in das Projekt, was Scotty natürlich sehr freute.

In den nächsten zwei Jahren hatte Scotty scheinbar wenig Glück mit den Schürfarbeiten im Death Valley.

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Dennoch tauchte er immer wieder in den besten Hotels und Saloons in Kalifornien und Nevada auf, um neue Investoren für sein Projekt zu gewinnen.

Einer seiner treuesten Anleger war der Versicherungs-Magnat Albert Johnson aus Chicago. Obwohl Scotty ein Rowdy und eine zwielichtige Person war, schaffte er es über mehrere Jahre hinweg, den hoch geachteten und religiösen Albert Johnson um Tausende Dollar zu erleichtern.

Immer, wenn Herr Johnson nach dem Fortschritt der Ausgrabungen gefragt hat, hatte Scotty phantasievolle Erklärungen über Katastrophen parat, die die Lieferung des Goldes verhinderten. Irgendwann beschloss Herr Johnson jedoch, sich die Goldmine selber anzuschauen und meldete sich zu einer Privattour bei Scotty an.

Scotty behielt einen kühlen Kopf und tüftelte einen  - seiner Meinung nach genialen - Plan aus. Er wollte Herrn Johnson mehrere Tage durch das Death Valley führen, wohl wissend, dass dieser gesundheitlich angeschlagen war und das zermürbende Wüstenklima nicht lange aushalten würde.

Der Plan ging jedoch nicht auf. Überraschenderweise gefiel Herrn Johnson Death Valley so sehr, dass er fast einen Monat blieb. Auch seine Gesundheit verbesserte sich drastisch in dem trockenen, sonnigen Klima.

Obwohl er Scottys Mine niemals zu Gesicht bekam, schien das Herrn Johnson nichts auszumachen. Im Gegenteil - die zwei Männer schlossen eine lebenslange Freundschaft, die die Geschichte des Death Valleys für immer verändern sollte.

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Während der nächsten zehn Winter kam Herr Johnson oft ins Death Valley zurück. Seine Frau Bessie fing an, ihn und Scotty auf ihren Wüstenexpeditionen zu begleiten. Später schlug sie ihrem Mann vor, dass sie sich eine gemütlichere Unterkunft für ihre Urlaube bauen sollten. Das war die Geburtsstunde von Scotty's Castle.

Scotty witterte sofort eine gute Story und erzählte jedem, dass er ein zwei Millionen Dollar Haus mit den Gewinnen aus seiner Goldmine baue. Seltsamerweise spielte Herr Johnson das “Spielchen” mit. Als er mal von einer Schar Reporter, die auf Besuch kamen, ausgefragt wurde, gab Herr Johnson sogar zu, dass Scotty das Anwesen besaß, und gab sich selbst als Scotty´s Bankier aus.

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Gegen Ende der Großen Depression zogen sich die Johnsons in Hollywood zur Ruhe. Aber sie besuchten das Schloss, welches aufgrund des Ruhmes von Death Valley Scotty eine beliebte Hotel- und Touristenattraktion geworden war, immer noch sehr oft. Tausende von Touristen und Reportern kamen jedes Jahr in Scharen zum Schloss, um - wie sie dachten - den Wohnsitz eines der reichsten Goldgräber der Welt zu sehen.

Die Johnsons starben in den 1940ern und hinterließen keine Erben. Sie vermachten das Schloss ihrer Stiftung “Gospel Foundation”, die es 1970 wiederum an den National Park Service verkauft hat. Heute ist das Schloss ein Museum mit allen ursprünglichen Möbeln und Dekorationen.

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Death Valley Scotty starb 1954 im Alter von 82 Jahren. Er fand seine letzte Ruhe auf einem kleinen Hügel neben dem Schloß:

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Nach dieser spannenden kleinen Zeitreise machen wir uns auf dem Weg zum Campingplatz. Im Death Valley NP kann man zwischen 13 verschiedenen Campgrounds wählen - da ist für jeden Anspruch etwas dabei:

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Wir wählen für unsere Übernachtung den “Mesquite Spring” Campground, da sich dieser als Ausgangspunkt für unsere nächsten Touren am besten eignet:

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Und hier nochmal unsere heutige Route auf einen Blick:

Auch wenn wir heute früh ins Bett wollen (morgen wartet ein langer und aufregender Tag auf uns), lassen wir es uns nicht nehmen, vorher noch einen kleinen Ausflug mit dem Motorrad zu machen...


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

Hier geht es zum vorherigen Beitrag: Schurz … und das mitten auf dem Highway

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