Darauf waren wir nicht vorbereitet!

Was für eine Nacht! Der eisige Wind tobt sich aus und wütet so stark, dass unser Wohnmobil ins Wackeln kommt. Zudem hören wir mitten in der Nacht eine Polizeisirene in unmittelbarer Nähe und schicken ein Stoßgebet ans Universum, dass wir jetzt bitte nicht verjagt werden. Wir liegen mucksmäuschenstill im Bett, wagen es kaum zu atmen und warten ab, ob es gleich am Wohnmobil klopft…

Als sich nach einigen Minuten nichts tut, trauen wir uns, hinter dem Rollo hervor zu schielen. Es ist immer noch so neblig, dass wir nichts erkennen können. Das Auto muss uns aber gesehen haben, weil unser Bewegungsmelder angegangen ist. Warum auch immer – wir werden nicht verscheucht und können tatsächlich die ganze Nacht hier bleiben. Wobei, "die ganze Nacht" ist übertrieben - um 6:30 Uhr klingelt ja schon der Wecker...

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Ganz vorsichtig schauen wir raus und sind sprachlos von dem Anblick, der sich uns bietet! Von dem Sturm ist nichts mehr zu sehen und der Nebel ist auch komplett verschwunden! Wir haben jetzt einen phantastischen Blick auf den glasklaren Sternenhimmel, der uns ein bewunderndes "Wow!" entlockt.

Den Blick können wir aber nicht lange genießen, weil es da draußen saukalt ist und wir noch nicht richtig angezogen sind. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem noch wegen der Hitze gestöhnt haben...

Wir packen uns so warm wie möglich ein und marschieren im Dunkeln hoch zum Aussichtsturm. Ein paar Touristen haben sich ebenfalls schon auf den Weg gemacht – es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man von da oben die schönsten Sonnenaufgänge beobachten kann... Allerdings werden viele von ihnen nach wenigen Minuten wieder den Rückweg antreten. Bekleidet mit kurzer Hose und Flip-Flops halten sie es bei den frostigen Temperaturen und dem eisigen Wind nicht lange aus.

Naja, wie sagt Rüdiger Nehberg so schön: “Wer friert ist entweder dumm oder faul“, sprich, er hat sich nicht im Vorfeld über die Wetterbedingungen vor Ort erkundigt oder war einfach nur zu faul, die passende Kleidung auszuwählen.

Es wird allmählich heller und die Spuren der letzten Nacht werden langsam sichtbar: dicke Eiszapfen bedecken die komplette Plattform. Was muss der Wind hier gewütet haben und zwar aus allen Himmelsrichtungen:

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Die Eiszapfen werden aber schnell nebensächlich, als die Natur uns Ihre Schönheit in Vollkommenheit präsentiert. Das Farbenspiel beim Sonnenaufgang ist so phänomenal, dass wir dabei alles um uns herum vergessen. Hier lernt man wirklich, den MOMENT zu genießen:


Nachdem die Sonne aufgegangen ist, haben wir auch den wundervollen Rundum-Ausblick, den wir gestern so vermisst haben:

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Wir machen uns jetzt wieder auf den Weg zum Wohnmobil, kommen aber nur langsam voran. Immer wieder bleiben wir stehen, um den Ausblick zu geniessen. Oder um ein ein bisschen herum zu albern 😉

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Und hier sieht man noch mal die Stelle, wo wir letzte Nacht (verbotenerweise) geschlafen haben - bei diesem tollen Wetter und absoluter Windstille können wir uns gar nicht mehr vorstellen, dass es vor ein paar Stunden noch so gruselig war 😉

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Nur noch die Eisschicht auf unseren Kajaks lässt erahnen, wie kalt es in den letzten Stunden hier war...

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So, nun geht`s aber wieder 2000 Meter talwärts...

 

=> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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