Aus dem Schlaf gerissen - wir müssen fliehen!

Heute schließen wir den Cabo-Loop – es geht zurück nach La Paz! Schluss mit totaler Einsamkeit und rein in die Menschenmenge. Unsere Freude hält sich in Grenzen, aber wir haben ja schließlich noch einige Formalitäten wegen unserem geklauten Motorrad zu erledigen, müssen unsere Vorräte noch auffüllen usw.

Also verlassen wir schweren Herzens einen unserer Lieblingsstrände und stürzen uns ins Getümmel der Großstadt:

(Die "Höhe über Meeresspiegel" kann ausgeblendet werden, indem man auf den gleichnamigen Schriftzug mit dem blauen Hintergrund klickt)

Im Stadtverkehr vermissen wir unser Motorrad noch mehr. Mit dem Wohnmobil ist es doch sehr mühselig mit der Parkplatzsuche, den engen Straßen und nicht zuletzt auch dem erhöhten Diesel-Verbrauch.

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Beim Polizei-Ministerium nichts Neues. Unser Motorrad ist nach wie vor unauffindbar. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns das schriftlich bestätigen zu lassen, damit wir alle Papiere für den bevorstehenden Kampf mit der Versicherung zusammen haben.

Nachdem wir alle Besorgungsfahrten erledigt haben, machen wir uns auf zum Campingplatz „Maranatha“. Ein wunderschön angelegter Platz mit allem was das Herz begehrt:

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Wir bekommen auch hier einen super-Sonderpreis: 50% Ermäßigung Dank unserer Strategien aus dem geheimen Urlaubs-Schnäppchen-Report.

Nachdem wir uns eingerichtet haben meldet sich auch schon der kleine Hunger. Aber wir sind gut vorbereitet:

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Wir wollen hier nur ein paar Tage bleiben, um die schnelle Internetverbindung auszunutzen, unsere Tanks aufzufüllen, Wäsche zu waschen usw. Aber es kommt natürlich mal wieder anders als geplant...

Toms Virenschutz meldet ein Problem auf dem Laptop, was die Reisefreude ziemlich ausbremst.

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Nachdem Tom stundenlang vergeblich versucht, das Problem zu lösen, nimmt er sich erstmal eine kleine Auszeit um sich beim Sport auszutoben.

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Blöd ist nur, dass der Computervirus auch nach dem Sport immer noch da ist. Ein richtig hartnäckiges Exemplar. Verdammt, das hat uns jetzt echt noch gefehlt!

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Was nun? Tom probiert alles Mögliche, um das Problem zu lösen, leider ohne Erfolg. Doch Moment! Kennen wir nicht einen Computerspezialisten hier? Na klar! Jim!!!

Blöd nur, dass er in Cabo wohnt und wir wieder in La Paz sind. Naja, vielleicht klappt es ja per Ferndiagnose am Telefon?

… Stunden später…

Es klappt nicht.

Was nun? Die ganze Strecke wieder zurückfahren? Hmmmm…

„Komm` doch mit dem Bus runter“, schlägt Jim ganz beiläufig vor.

Na klar! Von La Paz aus fahren doch mehrmals täglich Busse in alle größeren Städte der Baja! Das scheint die perfekte Lösung zu sein. Wir müssen jetzt nur noch irgendwie in die Innenstadt zum Bus-Terminal kommen, um dort die Tickets zu kaufen. Einmal mehr vermissen wir unser Motorrad…

Zum Glück befindet sich direkt vor dem Campingplatz eine Bushaltestelle. Wir kommen also doch noch in die Innenstadt 🙂

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Naja, rein theoretisch würden wir in die Innenstadt kommen … Wenn der Bus sich an den Fahrplan halten würde 😉

Aber das Universum meint es gut mit uns. Unsere Freunde, die Goldmanns (http://www.usarundreise24.com/), checken ebenfalls hier ein und buchen eines von diesen schnuckeligen kleinen Häuschen auf dem Campingplatz! Sie planen in ein paar Tagen mit der Fähre rüber aufs Festland zu fahren. Und bis dahin können wir zusammen noch eine schöne Zeit verbringen.

Natürlich werden erstmal die Eisdielen in der Umgebung unsicher gemacht 🙂

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Während wir an der Strandpromenade von La Paz entlang schlendern, werden wir einmal mehr mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt:

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Bei der Gelegenheit kauft Tom auch das Busticket für San Jose del Cabo:

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Die Fahrt im modernen, klimatisierten Bus mit free WiFi kostet knapp € 33,- für die Hin- und Rückfahrt. Da kann man nicht meckern.

Zwischenzeitlich sind auch Ana und Paul auf dem Campingplatz angekommen, was es Tom noch leichter macht, alleine nach San Jose del Cabo zu fahren. Er weiß, dass ich mit den Goldmanns und unseren Schweizer Freunden in guter Gesellschaft bin und kann mich beruhigt einen Tag lang alleine lassen.

Gesagt – getan. Tom macht sich in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, während ich den Tag auf dem Campingplatz verbringe und mich um den Haushalt kümmere. Ana und Paul haben sogar eine Nähmaschine mit – wie praktisch! So eine Gelegenheit hat man auf Reisen natürlich nicht so oft, also nutze ich die Gunst der Stunde und bringe Paul gleich ein paar Klamotten zum Nähen und Flicken vorbei 🙂 Der Meister waltet seines Amtes:

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Am späten Abend ist Tom wieder zurück aus San Jose del Cabo. Er ist nicht 100% zufrieden. Jim konnte ihm zwar weitestgehend helfen, aber eine verseuchte Datei hat sich immer noch irgendwo auf dem Rechner versteckt… Das bedeutet, dass sich unser Aufenthalt hier zwangsverlängert, bis Tom (in Zusammenarbeit mit dem Bitdefender-Support) das Problem beseitigt hat. Na gut, es gibt für einen Zwangsaufenthalt schlimmere Orte als diesen…

Außerdem können wir viel Zeit mit unseren Freunden verbringen, wofür wir sehr dankbar sind:

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Als der Virus endlich beseitigt werden konnte, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir wollen noch ein paar einsame Strandtage genießen, bevor wir weiter Richtung Norden (USA) fahren.

Unser Ziel ist wieder einmal Tecolote. Genauer gesagt eine kleine Bucht kurz vor Tecolote, mit der wir schon geliebäugelt hatten, als wir das letzte Mal hier waren: Balandra Bay.

Balandra_Bay

Hier erwartet uns ein herrlicher, weißer Sandstrand und ein Parkplatz direkt am Wasser 🙂 Es ist zudem absolut windstill, wodurch mich das Meer irgendwie an eine überdimensionale Badewanne erinnert:

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Es ist schon ein wenig seltsam, dass wir diesen traumhaften Ort ganz für uns alleine haben ...  Aber wir wollen uns ja nicht beschweren.

Nachdem wir alles für die Nacht vorbereitet haben, gehen wir voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen. Es ist sehr warm, daher lassen wir unser Schlafzimmerfenster ein wenig geöffnet. Durch ein dichtes Fliegennetz am Fenster sind wir vor lästigen, kleinen Blutsaugern geschützt. Zumindest waren wir es bisher ...

Mitten in der Nacht sind wir plötzlich hellwach. Sehr schmerzhaft erfahren wir am eigenen Leib, warum wir an diesem vermeintlichen Traumstrand ganz alleine sind. Unser Wohnmobil ist voll mit winzigen, aggressiven Fliegen, die gemütlich durch das Fliegennetz durchspaziert sind und es nun auf uns abgesehen haben. Sie beißen uns an allen möglichen und unmöglichen Stellen und zwingen uns dadurch, die Flucht zu ergreifen.

Bloß weg hier! Die Biester sind in einem wahren Blutrausch und scheinen immer mehr Freunde zu dem Festschmaus einzuladen ...

Wir flüchten rüber nach Tecolote. Es wird schon langsam hell, als wir endlich unser neues Nachtlager erreichen. Egal, schlafen können wir sowieso nicht, bevor wir die kleinen Monster in unserem Wohnmobil nicht alle vergiftet haben. Wir sprühen, was das Zeug hält, und warten draußen vor dem Womo, in der Hoffnung, dass wir die ungebetenen Gäste vollständig ausrotten können.

Wir werden noch lange was von den Biestern haben:

Bisse

Tja, man lernt nie aus ...

Aber das soll noch lange nicht alles gewesen sein. Wir bekommen noch weiteren (unerwarteten) tierischen  Besuch ... Darüber verraten wir mehr im nächsten Blogbeitrag. 🙂


>>> So hat alles angefangen: 1 bis 2 Jahre Nordamerika – die Idee

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