Achtung, Lebensgefahr!

So, wir haben jetzt erstmal genug von den Parks…

Normalerweise würden wir in Orlando noch die „Universal Studios“, „Universal`s Islands of Adventure“ und den Wasserpark „Wet´n Wild“ mitnehmen, aber das verschieben wir mal auf nächstes Jahr. Es liegen ja noch knapp 10.000 km vor uns, bis wir unser Winterquartier in Mexiko erreicht haben:

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Wir verabschieden uns von unserem lieb gewonnen Mäci-Parkplatz und machen uns wieder auf den Weg.

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Es muss ja immer noch eine Lösung für die Kajaks her und wir hoffen, dass die Jungs in der Schlosserei uns endlich die passende Halterung schweißen können. Unser nächstes Ziel ist also wieder "Dover-Welding":

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Als wir bei Dan ankommen, warten unsere Kajaks schon auf uns.

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Jetzt müssen sie nur noch irgendwie befestigt werden und die Jungs fangen an zu grübeln...

Und damit wurde das Wort, ähm, die Tastatur auch gleich an mich (Tom) übergeben.

Zuerst mal Mopped abladen und dann mal schauen wie die Paddelyachten befestigt werden könnten. Es stehen verschiedene Varianten zur Option:

  1. Senkrecht stehend zwischen Enduro und WoMo.
  2. Senkrecht stehend hinter Enduro (und die Enduro näher ran ans WoMo)
  3. Hinters Mopped und schräg nach vorne gekippt

Option 1:

Dadurch müsste das Mopped ca. 30-40cm weiter nach hinten rutschen, also weiter weg von der Hinterradachse des WoMos. Sonst würden die Kajaks nicht dazwischen passen. Durch den dadurch entstehenden Hebel (160kg fast einen halben Meter weiter weg) würden sehr hohe Kräfte auf die Befestigung des Trägers wirken. Fazit: Nein.

Option 2:

Kräftemäßig wäre das die bessere Variante. Zumindest was die Gewichtskräfte angeht. Jedoch würden die 3m Kajaks dann ca. 180cm hinter dem WoMo senkrecht in die Höhe stehen. Eine tolle Angriffsfläche für den Wind und nicht sinnvoll. Fazit: Nein.

Option 3:

Die Angriffsfläche für den Wind wird zwar bei dieser Lösung reduziert, da die Kajaks mit der Spitze fast am WoMo sind, jedoch bietet die schräge Lage der Boote wieder eine tolle Angriffsfläche für den Wind. Fazit: Nein.

Immer wieder kommen Kunden und Lieferanten vorbei und überlegen mit. Die erste Frage lautet immer: „Warum packt ihr die nicht auf´s Dach von Eurem „Toad“ (damit ist ein PKW gemeint, den man hinter dem WoMo herzieht)?“ Die Antwort ist immer dieselbe und sorgt jedes Mal für verwunderte Blicke: „Wir haben kein Toad. Und JA. Wir sind uns sicher, dass wir wirklich keins brauchen. Nein. Auch nicht zum Einkaufen. Ja. Wir fahren damit auch in die Stadt. Nein, nicht immer, denn wir haben ja auch ein Motorrad.“ So oder ähnlich läuft das Gespräch ab und sobald das geklärt ist, dass wir wirklich kein Toad haben (was für den typischen WoMo-Ami unvorstellbar ist) wird weiter nach Lösungen gesucht. Leider kommt keiner auf sonstige sinnvolle Ideen.

Halt! Dan hatte doch mal was vom Dachgepäckträger gesagt. Dieser fällt zwar flach, weil wir keine Reeling haben wo der Träger befestigt werden kann und ich auch keine Löcher oben ins Dach bohren mag um den dort einfach anzuschrauben. ABER… was ist denn wenn wir den Dachgepäckträger auf dem Motorrad-Träger befestigen? Vom Gewicht sollte das kein Problem sein. Kurz zusammen mit Dan überlegt, etwas getestet und schon steht fest: so wird´s gemacht. 4 Stangen ragen fast 3m in die Höhe, werden miteinander verbunden damit da nix in sich wackeln kann. Schweißgerät rausgeholt und schon wird der Stahl „gebraten“. Eine wilde Konstruktion, die aber vielversprechend aussieht. Mal schauen, vielleicht lasse ich mir das patentieren und verkaufe es in einem Jahr für 100 Millionen US$ an Thule 😉

Brutzel, Brutzel und schon ist die Konstruktion fertig. Ein bisschen wackelig, daher kommen noch ein paar Verstrebungen rein. Als alles fertig ist kommen die Kajaks hoch. Ähm. Ja. Hoch. Verdammt ist das hoch. Dan sah meinen verwirrten Blick und fragte etwas provokant ob ich sie alleine drauflege oder er sie mir mit dem Gabelstapler angeben soll. Das war ein gutes Argument. 267 Millisekunden später hatte ich die Idee. Einen Spanngurt ans vordere Ende binden. Leiter hochgehen und das Kajak einfach hochziehen. Geht doch. Wäre ja auch gelacht, wenn nicht. Verzurren. Noch mal einen Wackeltest und…. Uiuiui… die wackeln ja jetzt ganz schön lange nach. Hm, hätte ich in Physik besser aufgepasst wäre mir das im Vorfeld schon klar gewesen… Dan schaute auch etwas skeptisch, meinte aber, dass er sich wegen dem Wackeln keine allzu großen Sorgen machen würde. Hm, keine ALLZU großen Sorgen? Der ist ja optimistisch. Gut. Er ist der Fachmann. Also raus auf die Straße und mit ca. 40-70km/h die erste Testfahrt Richtung Campground.
(Tom Ende)

Viele Stunden später und knapp 1.000,- US$ ärmer fahren wir mit der neuen Konstruktion zum nächsten Campingplatz (East Tampa RV Resort):

Gott sei Dank, ist der Campingplatz nur 12 km von der Schlosserei entfernt:

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Warum "Gott sei Dank"? Weil das gerade ein ziemlich gefährliches Unterfangen ist...

(Tom:) Ach Du heilige Scheiße. Obwohl wir nur relativ langsam fahren werde ich beim Blick in den „Rückspiegel“, besser gesagt die Rückfahrkamera (welche auch während der Vorwärtsfahrt läuft) ja schon fast Seekrank. Verdammt schwankt das Teil hin und her. Solange die Strasse eben ist, hält es sich in Grenzen und ist ganz ok. Aber wehe es kommt eine Bodenwelle, Schlagloch oder womöglich ein Bahnübergang. Kurzzeitg dachte ich dran mir beim nächsten Pharmacy Laden einen Defibrillator zu kaufen und mir die Pads vorsorglich auf die Brust zu kleben. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich während dieser 15-minütigem Fahrt kurz vor einem Herzinfarkt war. Zum Glück war der Campground nicht weit. Doch jetzt ging es mir echt beschissen. Es war weniger das Geld, was wir „rausgeworfen“ haben, sondern vielmehr die „Lösung“, die keine war. Ich kam mir vor wie bei Monopoly. „Gehen Sie zurück auf Los.“

Uns fällt ein Stein vom Herzen, als wir heil am Campingplatz angekommen sind...

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Nachdem wir uns angehookt haben...

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... macht Tom erstmal die Kajaks sauber. Sie haben in der Schlosserei doch einiges an Dreck abbekommen.

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Und dann wird die Halterung mit einer sehr widerstandsfähigen Farbe (Rust-Oleum) besprüht, um Rost vorzubeugen:

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Der Platz hier ist total schön und die Internetverbindung relativ stabil. Während wir ein bisschen am Pool relaxen und überlegen, wie es nun weitergehen soll, entscheiden wir spontan, dass wir erstmal bis Mittwoch (24.09.) hier bleiben wollen.

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Wir verbringen ein paar schöne Tage auf dem Campground und können viele organisatorische Dinge regeln. Tom hat zudem Ruhe für seine Interviews und Coachings, ich kann Wäsche waschen und meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen:

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Für eine kleine Sporteinlage ist natürlich immer Zeit:

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Praktisch, wenn man ein komplettes Fitnessstudio im Handtaschenformat immer dabei hat:

Unsere größte Sorge ist immer noch die Kajak-Halterung. Tag und Nacht zerbrechen wir uns den Kopf darüber, ob sie halten wird oder nicht. Der Schweißer versichert uns mehrmals, dass da nichts "kaputt" gehen kann, aber er hat ja auch nicht gesehen, wie sehr die Konstruktion bei jeder Unebenheit auf der Strasse wackelt. Nicht auszudenken was passiert, wenn die Kajaks unterwegs doch runterfallen... Wir werden noch mal zu Lazydays fahren und dort mit den Technikern von Tiffin (dem Hersteller unseres Wohnmobils) sprechen. Mal schauen, was die dazu sagen...

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Bis dahin versuchen wir - so gut es geht - zu entspannen...

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2 thoughts on “Achtung, Lebensgefahr!”

  1. Hallo Roland,
    danke für den klasse Tip. Werde morgen gleich mal schauen wie glatt das Dach ist. Ich glaube, dass es ganz leicht geriffelt ist, bin mir aber nich 100% sicher. Magnet klappt leider nicht, da aus GFK.
    Gruß
    Tom

  2. Hallo Tom,
    es gibt zumindest kenne ich das für Skiträger auch Träger mit Saugfüßen. Die inder Mitte des Dachs angebracht und eine Kajakhalterung drauf so dass die beiden Kajaks satt drin aufliegen könnte ich mir gut vorstellen. Frage ist nur ob es solche Saugträger in den USA gibt. Bei Interesse kann ich morgen bei meinem Vater nachfragen, wer der Hersteller ist, da ich im Internet nichts gefunden habe. Dafür müsste das Dach des WoMo aber glatt sein und nicht geriffelt. Falls das Dach aus Stahl ist, was ich beim WoMo eher nicht vermute, ginge auch ein Magnetträger.
    Viel Erfolg beim Tüfteln
    Roland

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