ABFLUG!!! Das Abenteuer beginnt…

Mittwoch, 25.06.2014

Wir haben die ganze Nacht durchgearbeitet. Es ist schon hell, als wir uns fragen, ob es sich überhaupt lohnt, sich für eine Stunde ins Bett zu legen. Naja, besser als gar nicht zu schlafen, denken wir, kurz bevor wir uns ins Reich der Träume verabschieden…

Gott sei Dank sind wir früh genug am Flughafen, denn das Kajak-Abenteuer geht weiter… Lufthansa erkennt das Schreiben von Condor nicht an, weil Condor schlauerweise den freien Transport der Kajaks nur für die Strecke „Frankfurt – Fort Lauderdale“ darauf vermerkt hat. Zum ich-weiß-nicht-wievielten Mal rufen wir bei Condor an und bitten um die Zusendung einer Bestätigung, aus der für Lufthansa ersichtlich ist, dass die Kosten für den Kajak-Transport von Condor übernommen werden.

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Aus den Augenwinkeln erkennen wir, dass ein paar von unseren Freunden gekommen sind, um sich von uns zu verabschieden. Mir wird ganz warm ums Herz…

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Es ist mitten in der Woche, alle müssen arbeiten und haben ihre Verpflichtungen und trotzdem haben sie die Zeit gefunden, zum Flughafen zu kommen. Ich spüre wieder diese tiefe Demut und Dankbarkeit, so liebe Menschen in meinem Leben haben zu dürfen…

Leider bleibt gerade noch Zeit für einen gemeinsamen Kaffee, dann müssen wir schon zum Boarding.

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Wolfi hat-  kurz bevor wir durch die Sicherheitskontrolle mussten –  in aller Seelenruhe noch ein Interview mit Tom gemacht. Der hat Nerven… 😉 Naja, war vielleicht gar nicht so schlecht, da sind wir wenigstens abgelenkt bis zum Schluss.

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Der Abschied ist  tränenreich und ergreifend. Ich drücke jeden meiner Freunde ganz ganz fest, spüre wie die Energie fließt und mag gar nicht mehr los lassen. Mir ist es wichtig, ihnen zu sagen, dass ich sie liebe und immer in meinem Herzen bei mir haben werde.

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Wir gehen durch den Sicherheitscheck und drehen uns zum Schluss noch einmal um. Da stehen sie alle, lächeln und winken und als wir uns das letzte Mal umdrehen, donnern sie ein kräftiges AHO! in unsere Richtung. Genau das habe ich jetzt gebraucht! Ich spüre Gänsehaut am ganzen Körper und als ich mich unbeobachtet fühle, heule ich los wie ein kleines Kind. Das muss jetzt einfach raus, sonst habe ich das Gefühl zu ersticken…

Auf dem Flug München-Frankfurt sind wir beide sehr ruhig und nachdenklich. Jeder von uns ist mit seiner eigenen Gefühlsachterbahn beschäftigt. Es ist alles so unwirklich, wir können es noch gar nicht glauben, dass wir es tatsächlich tun…

In Frankfurt angekommen haben wir nicht viel Zeit zum Grübeln. Wir müssen nicht hetzen, aber dennoch zügig das Terminal wechseln, um rechtzeitig zum Boarding da zu sein. Die Zeit reicht, um noch ein paar Freunde anzurufen und unseren Familien kurz „Hallo“ zu sagen.

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Ab morgen werden unsere Telefone abgeschaltet (wir haben unsere Mobilfunkverträge vorerst stillgelegt), auch ein seltsames Gefühl… Aber es gibt ja Skype und Facebook und W-LAN gibt es in den USA ja an jeder Ecke.

Wir freuen uns jetzt auf die neuen Sitze, Condor hat vor einigen Monaten ihre gesamte Flotte aufgehübscht, die Business Class hat nun richtige Liegesitze. Genau das, was wir jetzt brauchen – wir haben in den letzten Nächten ja nicht wirklich viel geschlafen.

Bevor es los geht, darf Tom noch mal zu den Piloten in die Kabine:

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Der Flug ist ein Traum, einer der schönsten, den wir je hatten… Wir schlafen die 9 Stunden fast durch, sind nur zum Essen wach und legen uns danach wieder hin.

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Das Essen ist übrigens der Hammer, dafür lohnt es sich aufzustehen:

 

Noch mehr Bilder von den tollen Menüs bei Condor findet Ihr auch in unserem Costa-Rica-Blog.

Ich habe zum Vergleich die unterschiedlichen Sitzabstände der Economy, Premium Economy und Business-Class fotografiert und bin sehr froh und dankbar, dass wir uns nicht in den engen Sitzen quetschen müssen. Hier der direkte Vergleich:

Business-Class:

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Premium Economy:

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Economy:

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Bei Condor Economy zu buchen rate ich dringend ab! Dort muss man selbst für das Entertainment bezahlen! Kein Scherz! Die wollen € 7,- für den Freischaltcode, damit man die Filme an Board schauen kann. Für mich persönlich ein No-Go!

Wir haben das Entertainment zwar inklusive und ich habe mir auch vorgenommen, 1-2 Filme zu schauen, aber die Müdigkeit hat gesiegt und wir haben den ganzen Flug über tief und fest geschlafen…

Folgende Durchsage kam ein paar mal während des Fluges (und das haben wir nicht geträumt):

“Auf Flügen in die USA sind „Versammlungen“ verboten. Wenn sich mehr als 5 Personen gleichzeitig in den Gängen aufhalten, gilt das nach Amerikanischen Vorgaben als „Versammlung“ und ist verboten. Das gilt auch für Schlangen vor der Toilette.”

Ohne Worte…

Nach der planmäßigen Landung in Fort Lauderdale müssen wir noch fast eine Stunde im Flieger sitzen bleiben, weil es Probleme bei der Immigration gibt. Willkommen in den USA! Ausgeschlafen und tief entspannt nehmen wir die Dinge hin, wie sie sind. Wir können ja eh nichts dran ändern.

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Außer den langen Wartezeiten gibt es bei der Passkontrolle keinerlei Probleme, unser Immigration Officer ist sehr nett und hält mit uns sogar ein Schwätzchen über seine deutschen Vorfahren… Wir haben uns das alles viel umständlicher vorgestellt und uns auf die kompliziertesten Interview-Fragen vorbereitet. Aber wir wollen uns nicht beschweren und freuen uns darüber, dass alles so wunderbar klappt und wir jetzt nach Lust und Laune kreuz und quer durch die USA reisen können. Zumindest solange es noch warm ist. Überwintern wollen wir ja in Mexico an der Baja California und im Frühjahr 2015 wieder in die USA und dann weiter nach Canada und Alaska reisen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit…

Jetzt sind wir erstmal gespannt, ob unser Gepäck ebenfalls unversehrt und vollständig angekommen ist. Als wir in die Gepäckhalle reinkommen, leuchten uns unsere roten Kajaks schon entgegen. Da bei der Passkontrolle alles so lange gedauert hat, stehen unsere Koffer auch schon alle da und jetzt wartet die nächste Herausforderung auf uns: 2 große Koffer, 2 riesige Rucksäcke, 2 Laptoptaschen und 2 Kajaks zu zweit nach draußen transportieren. Irgendwie kriegen wir alles auf 2 Rollwägen drauf und kommen unfallfrei zum Ausgang. Zwischendurch werden wir immer wieder von Passanten auf die Kajaks angesprochen, wir fallen hier auf wie bunte Hunde 😉

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Nun müssen wir mit dem Shuttlebus zur Mietwagen-Zentrale. Leichter gesagt als getan! Kein Busfahrer will unsere Kajaks mitnehmen. Ich habe mich definitiv schon mal besser gefühlt. Wir sind total verschwitzt, es ist immer noch sehr heiß, obwohl es schon nach 22:00 Uhr ist. Ich bin den Tränen nahe, als Tom vorschlägt, dass er alleine fährt und ich mit dem Gepäck am Flughafen auf ihn warten soll. Das könne aber locker 2 Stunden dauern. Na toll, das kann ich jetzt gebrauchen. Aber was soll`s, ich mache es mir schon mal gemütlich und stelle mich auf erneute Wartezeit bei gefühlten 50 Grad ein (warum hatte er die Idee nicht, als wir noch im klimatisierten Flughafengebäude waren?)

Dann geht alles ganz schnell – wie durch ein Wunder (und ich danke dem Universum dafür) bietet sich ein Busfahrer an, uns samt Übergepäck mitzunehmen. Wir sitzen im klimatisierten Bus!!! Herrlich! Durchamten. Kurz entspannen.

Bei Alamo läuft alles wie gewohnt schnell und unbürokratisch ab.

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Wir packen die Kajaks auf den Dachgepäckträger, das restliche Gepäck in den Kofferraum und machen uns auf den Weg ins Hotel “Quality Inn”, welches nicht weit vom Flughafen entfernt ist.

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Unser Wohnmobil steht in Bradenton, knapp 230 Meilen (ca. 3,5 Stunden Autofahrt) von Fort Lauderdale entfernt, die Fahrt  wollen wir uns heute nicht mehr antun… Zum Glück können wir unsere Kajaks in der Hotel-Lobby lagern, in das kleine Zimmer hätten sie definitiv nicht mehr reingepasst:

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